Marktberichte

Daten besser als erwartet US-Konjunktur erholt sich leicht

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Der Handel an der Wall Street wird immer noch von den US-chinesischen Gesprächen geprägt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch wenn die Stimmung an der Wall Street stark beeinflusst ist von den schwierigen Handelsgesprächen zwischen China und den USA - die schwächelnde Konjunktur erholt sich offenbar. Auch die Kauflaune der US-Verbraucher hat sich leicht verbessert.

Die US-Börsen haben sich zum Ende der Woche mit leichten Aufschlägen gezeigt. Bestimmt wurde der Handel erneut von Meldungen zum US-chinesischen Handelsstreit. Vorgelegte Konjunkturdaten fielen indessen etwas besser aus als erwartet.

Der Dow-Jones-Index stieg 0,4 Prozent auf 27.875 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,2 Prozent höher bei 3.110 Punkten, auch der Nasdaq-Composite stieg um 0,2 Prozent auf 8.520 Punkte. Den 1.777 (Donnerstag: 1.174) Kursgewinnern an der NYSE standen 1.169 (1.748) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 90 (121) Aktien.

Wie sich der Dax an diesem Mittwoch schlug, lesen Sie hier.

Nach einer Einladung von Chinas Vizeministerpräsident Liu He könnten neue Handelsgespräche anscheinend noch vor Thanksgiving am Donnerstag stattfinden, hieß es zuletzt. Allerdings wurde aus Peking wohl auch eine Warnung hinterhergeschoben. Laut Berichten soll Staatspräsident Xi Jinping zwar weiter an einer Einigung mit den USA interessiert sein, er scheue sich aber nicht davor zurück, gegebenenfalls auch "zurückzuschlagen".

Derweil hatte US-Präsident Donald Trump in einem Interview gesagt, dass ein Abkommen "potenziell sehr nahe" sei. "Wir haben eine sehr gute Gelegenheit, einen Deal zu machen", so Trump in einem Telefon-Interview mit dem Fernsehsender Fox. Zudem hat er die Abzeichnung von Gesetzen zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong in Frage gestellt. "Wir müssen an der Seite Hongkongs stehen", aber er stehe "auch an der Seite" des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, sagte Trump. Die Konfliktparteien im Streit um Hongkong müssten eine Lösung finden.

Konjunkturseitig standen die Markit-Einkaufsmanagerindizes sowie das Michigan-Verbrauchervertrauen auf der Agenda. Den Daten von Markit zufolge hat sich die US-Wirtschaft im November stärker beschleunigt als erwartet. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg auf 51,9 von 50,9 Punkten im Vormonat. Die Indexentwicklung verstärke den Eindruck, dass das Schlimmste der jüngsten Konjunkturschwäche vorüber sei, sagte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson. Der Sammelindex habe im November so stark wie seit Juli nicht mehr zugelegt.

Auch die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im November aufgehellt. Der an der Universität Michigan berechnete Index für die Verbraucherstimmung stieg bei der Umfrage am Monatsende auf 96,8 von 95,5 Ende Oktober. Ökonomen hatten mit einen Stand von 95,5 gerechnet.

Tesla mit neuem Modell schwach

Bei den Einzelwerten standen Tesla im Blick. Der Elektroautobauer hat sein jüngstes Modell präsentiert: Der Pickup-Truck soll einen Startpreis ab 39.900 Dollar haben. Die Aktie verlor 6,1 Prozent. Microsoft teilte mit, dass sie von einer schwarzen Liste der USA genommen wurde und Software für den "Massenmarkt" an Chinas Huawei verkaufen darf. Die Aktie schloss 0,1 Prozent fester. Gegen Ende der Berichtsperiode zum dritten Quartal haben vor allem Einzelhandelsunternehmen ihre Zahlen ausgewiesen, so Gap, Nordstrom und Williams-Sonoma. Gap stiegen um 4,4 Prozent. Der Modeeinzelhändler hatte die zuvor gesenkten Prognosen für die dritte Periode übertroffen. Nordstrom verteuerten sich mit einer Verbesserung der Bruttomarge um 10,6 Prozent.

Williams-Sonoma fielen um 1,9 Prozent, nachdem das Unternehmen gesunkene Gewinne bei gestiegenen Erlösen berichtet hatte. Analysten hatten im Konsens einen Tick schlechtere Zahlen prognostiziert. Die Aktie ist aber seit Jahresbeginn um 36 Prozent gestiegen, während der S&P-500 nur ein Plus von 24 Prozent schaffte. Foot Locker gaben 2,9 Prozent nach. Der Sportartikelhändler hatte einen enttäuschenden Ausblick auf das Weihnachtsquartal gegeben.

Dollar von Konjunkturdaten gestützt

Am Devisenmarkt zeigte sich der Dollar mit den guten Konjunkturdaten stärker. Der Dollar-Index legte 0,3 Prozent zu. Der Euro notierte bei 1,1023 Dollar gegenüber 1,1068 Dollar am Vortag. Das Pfund baute die jüngsten Verluste weiter aus, nachdem die britischen Einkaufsmanagerindizes schwach ausgefallen sind. Übergeordnet lastet die Sorge, dass Premier Boris Johnson und sein Brexit-Deal bei den Dezemberwahlen keine ausreichende Mehrheit bekommen werden. Das Pfund fällt auf 1,2833 Dollar nach einem Stand von über 1,29 am späten Donnerstag.

Der Goldpreis kommt mit den besser ausgefallenen Daten zur US-Wirtschaftsentwicklung vom Tageshoch zurück. Gestützt wurde er zuvor durch die Kommentare des chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Die Feinunze gibt 0,2 Prozent nach auf 1.462 Dollar bei einem Tageshoch von 1.473 Dollar. US-Anleihen sind aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten weiter gesucht. Die Zehnjahresrendite verliert mit steigenden Kursen 0,8 Basispunkte auf 1,77 Prozent.

Die Ölpreise geben etwas nach, nachdem sie am Vortag von einem Bericht gestützt wurden, demzufolge die Opec auf ihrem Dezember-Treffen wahrscheinlich die Produktionsbegrenzungen bis Mitte 2020 verlängern wird. Analysten hegten jedoch Zweifel, ob dies ausreichen wird, um ein mögliches globales Überangebot aufzufangen angesichts neuer Förderprojekte in Guyana und anderen Ländern. Das Fass der Sorte WTI verlor 1,1 Prozent auf 57,96 Dollar, Brent gab 0,6 Prozent nach auf 63,56 Dollar.

Quelle: n-tv.de, ibu/DJ