Marktberichte

US-Börsen in Lauerstellung Wall Street hält vor Bilanzsaison die Luft an

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(Foto: AP)

Die Wall Street tut sich nach dem schwachen Wochenauftakt weiter schwer. Die Indizes treten auf der Stelle - die Bilanzsaison der großen Geldhäuser soll das gen Wochenende aber ändern.

Die anhaltend hohen Coronavirus-Infektionszahlen machen der Wall Street erneut zu schaffen. Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Wirtschaft von den Pandemie-Folgen verhinderte Börsianern zufolge aber größere Kursverluste. Der Leitindex Dow Jones Industrial verabschiedete sich 0,19 Prozent höher bei 31.068,69 Punkten aus dem Handel. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,04 Prozent auf 3801,19 Punkte hoch. Der vortags gebeutelte Technologieindex Nasdaq 100 sank indes um 0,08 Prozent auf 12.892,09 Zähler.

"Im Schnitt schauen die Märkte drei bis sechs Monate in die Zukunft", sagte Portfoliomanager Matt Stucky vom Vermögensverwalter Northwestern Mutual. Dies erleichtere es, aktuelle Ereignisse wie den Sturm auf das Kapitol vergangene Woche oder die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen in den Hintergrund zu drängen. Investoren konzentrierten sich auf die anlaufenden Massenimpfungen und die Aussicht auf zusätzliche staatliche Konjunkturhilfen.

General Motors (GM)
General Motors (GM) 55,40

Außerdem rücke die anstehende Bilanzsaison immer stärker in den Fokus der Anleger, sagte Portfoliomanager Keith Buchanan vom Vermögensverwalter GlobAlt. Am Freitag läuten Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo den Zahlenreigen ein. "Die entscheidende Frage wird sein, wie viel zusätzliches Geld sie für Kreditausfälle beiseitelegen werden", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Interessant werde auch, ob einige Geldhäuser Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe wieder aufnähmen. Die Aktien von Citi, Wells Fargo und JPMorgan stiegen um bis zu 2,1 Prozent.

Gleiches galt für die Papiere von General Motors (GM), die sich um 6,2 Prozent verteuerten. Der Autobauer steigt in das Geschäft mit elektrisch angetriebenen Lieferwagen ein. Die ersten 500 Fahrzeuge vom Typ BrightDrop sollen im laufenden Jahr an den Paketdienst FedEx ausgeliefert werden.

Zu den Favoriten der Wall Street gehörten auch Papiere von Ölkonzernen wie Exxon oder Chevron, die sich um jeweils mehr als zwei Prozent verteuerten. Saudi-Arabien sorge mit seinen freiwilligen zusätzlichen Produktionskürzungen dafür, dass die Nachfrage über dem Angebot verharre, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Vor diesem Hintergrund wetteten Investoren auf fallende US-Rohölbestände, fügten Börsianer hinzu. Dies verhalf der US-Sorte WTI zu einem Preisanstieg von 1,9 Prozent auf 53,11 Dollar je Barrel (159 Liter).

Unterdessen verteuerte sich Bitcoin nach einer Achterbahnfahrt bis zum Abend um drei Prozent auf 33.989 Dollar, nachdem die virtuelle Währung in den vergangenen Tagen um etwa 30 Prozent abgestürzt war. Der Kryptowährungsmarkt sei weiterhin gespalten, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Kritiker dürften sich bestätigt fühlen, während mutige Spekulanten erneut Engagements tätigen."

Quelle: ntv.de, mba/rts