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Start-up startet Testphase Fahrende Roboter sollen Waren ausliefern

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Auch Hindernissen können die Roboter von Starship umfahren.

(Foto: Twitter.com/@StarshipRobots)

Ein Start-up aus Estland lässt testweise kleine Roboter Lieferdienste ausführen. Sie sollen damit schneller und günstiger die Aufgabe von Paketboten übernehmen. Die Gründer versprechen: Im Schrittempo sind sie in maximal 30 Minuten am Ziel.

Zustellungsdienste können mit autonomen Fahrzeugen die vergleichsweise hohen Kosten für Fahrer einsparen. Das haben auch die beiden Skype Initiatoren Janus Friis und Anthi Heinla erkannt und gründeten das Unternehmen Starship Technologies. Künftig sollen Waren mit Hilfe von autonomen Robotern ausgeliefert werden.

Im Silicon Valley herrscht derzeit ein regelrechter Hype um selbstfahrende Autos. Unternehmen wie Tesla, Google und auch Uber arbeiten an automatisierten Systemen. Erst jüngst haben sich ehemalige Google-Mitarbeiter diesem Trend angeschlossen und eigens ein Start-up gegründet, um Lkw auf US-Straßen selbstständig fahren zu lassen.

"Menschen sind toll", sagt Gründer Athi Heinla laut "Forbes". "Ich liebe Menschen. Ich bin ja selbst einer. Aber Fakt ist, dass menschliche Kuriere nicht mehr als fünf bis zehn Pakete in der Stunde ausliefern können und jeder Paketbote ja auch essen und schlafen muss und zusätzlich noch Geld verdienen will." Der blonde Skandinavier will deswegen die Zukunft der Paket-Zustellung revolutionieren. Anstelle eines Boten sollen in Zukunft fast vollständig automatisierte Roboter in den Straßen unterwegs sein. Im Moment testet das Unternehmen 15 Roboter auf den Straßen von London, Berlin, Tallin und Arkansas. Glatt und futuristisch im Erscheinungsbild wurden sie extra so designt, um freundlich zu erscheinen.

Preiswerter als Paketboten

Die Roboter von Starship können Gegenstände in einem Radius von fünf Kilometern transportieren. Sie bewegen sich im Schritttempo. Das Unternehmen aus Estland verspricht, dass Waren in weniger als 30 Minuten beim Kunden sind. Auf sechs Rädern sind sie mit Sensoren und neun Kameras ausgestattet. Sie wiegen 10 Kilo und können ein Gewicht von etwa zwei vollen Einkaufstüten transportieren.

Bereits jetzt kann ein Mitarbeiter aus dem Headquarter in Tallin - falls notwendig - bis zu vier Roboter gleichzeitig fernsteuern und zur Not eingreifen um beispielsweise beim Überqueren einer Straße oder dem Umfahren eines Hindernisses auf dem Gehweg zu helfen. Umso mehr Kilometer die Roboter auf den Straßen an Erfahrung sammeln, desto vertrauter werden sie mit möglichen Gefahren.

Passanten begegnen Robotern

Der Versuch, die kleinen Helfer komplett autonom fahren zu lassen, würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen und wäre zu teuer. Um potentielle Gefahren ausschließen zu können, müssten Algorithmen für jedes einzige Risiko entwickelt werden. Aber auch mit einigen Angestellten, die den Prozess überwachen, sind die Roboter noch immer preiswerter als ein Paketbote, argumentiert Starship. In Zukunft sollen die Kosten weiter sinken. In den nächsten Jahren lernen die Roboter weiter hinzu und kartieren neue Straßen. "Menschen eine Flotte von Robotern überwachen zu lassen, ist die günstigste Möglichkeit, selbstfahrende Technologien zu bauen", zitiert "Forbes" Starships Geschäftsführer Allan Martinson.

Bis jetzt haben die Roboter etwa 5000 Kilometer auf öffentlichen Gehwegen zurückgelegt und sind dabei auf 260.000 Menschen getroffen. "Die meisten bemerken unsere Roboter gar nicht. Aber falls doch sind sie sehr freundlich und wünschen uns viel Erfolg. Keine Unfälle. Keine Zwischenfälle. Kein Verlust von Eigentum", sagt Martinson "Forbes". Starship plant für die zweite Jahreshälfte in den USA einen Piloten vorzustellen. Die Markteinführung soll 2017 kommen.

Quelle: ntv.de, jki

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