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Mysteriöses Massensterben 120.000 Saiga-Antilopen verenden

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Bisher sind 120.000 Saiga-Antilopen gestorben.

REUTERS

Für Experten ist es ein Rätsel: Innerhalb weniger Tage sterben Zehntausende Saiga-Antilopen in Kasachstan. Woran, weiß niemand. Die Behörden befürchten, dass die Zahl noch weiter ansteigt - eine Katastrophe angesichts der Tatsache, dass das Tier ohnehin eine bedrohte Art ist.

In Kasachstan ist der Bestand der bedrohten Saiga-Antilope drastisch kollabiert. Binnen weniger Tage sind dort mindestens 120.000 Tiere gestorben - mehr als ein Drittel der gesamten Population auf der Erde. Das bestätigen Experten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep). Vor allem Mütter und Kälber seien unter den Kadavern. Das betroffene Gebiet umfasst etwa 16.000 Hektar und liegt in den weiten Steppen Zentralkasachstans in der Koustanay-Region.

Erste Berichte über sterbende Antilopen wurden bereits am 10. Mai bekannt, binnen weniger Tage stieg die Zahl der toten Tiere auf 27.000 an. Die Meldungen reißen bis heute nicht ab, die Zahl der verendeten Antilopen steigt weiterhin stetig an. Die Tiere hätten Schaum vor dem Mund und Durchfall, bevor sie verenden, berichten Experten vor Ort.

"Dieser Verlust ist ein riesiger Rückschlag für die Erhaltung der Saigas, vor allem angesichts der Tatsache, dass 90 Prozent der weltweiten Population in Kasachstan lebt", sagt der kasachische Vize-Landwirtschaftsminister Erlan Nysynbaev. "Saiga-Antilopen sind bereits ohne derartige Katastrophen stark bedroht. Ein Massensterben dieses Ausmaßes bedeutet einen dramatischen Rückschlag für die Schutzbemühungenzum Erhalt dieser Art", sagte Nabu-Vizepräsident Thomas Tennhardt. Das kasachische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass das Sterben weitergeht und die Zahl der toten Tiere noch weiter ansteigt.

Nicht das erste Sterben

Den genauen Grund für das Massensterben kennt bisher niemand. Nach Angaben der Unep deuten erste vorläufige Untersuchungen darauf hin, dass eine Kombination aus Umwelt- und biologischen Faktoren für das Massensterben verantwortlich sein könnte. Experten sind vor Ort, bislang stehen Bakterien- oder Viruserkrankungen im Fokus der Untersuchungen.

Nach Angaben des Nabu ist es nicht das erste Mal, dass Zehntausende Saiga-Antilopen dahingerafft werden. 1984 seien etwa 100.000 Tiere gestorben, 1988 sogar 634.000. Auch die Gründe für dieser Massensterben seien bis heute nicht abschließend geklärt. Wie das Unep geht auch der Nabu von mehreren Faktoren aus, die bei der Tötung der Tiere eine Rolle spielen.

Quelle: n-tv.de, fma

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