Wissen

Erster deutscher ISS-Kommandant Alexander Gerst fliegt 2018 wieder ins All

Bei seinem Einsatz im All begeisterte Astronaut Alexander Gerst Millionen. Fast täglich verbreitete er Fotos, Anekdoten sowie Videos und seine Fans flogen mit ihm um die Erde. Sie dürfen sich freuen: Es wird eine Fortsetzung geben - diesmal sogar als Kommandant.

Alexander Gerst zählt zu den elf Deutschen, die es ins Weltall geschafft haben. Bei seiner 165-tägigen Mission berührte der Schwabe mit seinen Botschaften Millionen Menschen. Ein halbes Jahr lang war Gerst so etwas wie der Fotoreporter der Menschheit von oben. Hunderttausende Follower verfolgten seine fast täglichen Berichte: vom Leben auf der ISS, von dahinziehenden irdischen Landschaften, von persönlichen Gedanken. Manche von Gersts Sätzen sind Legende geworden, etwa dieser: "Die Schönheit der Erde erkenne ich in einer Minute, die Zerbrechlichkeit sogar auf den ersten Blick."

Die Fans von Astro-Alex, wie sie ihn nennen, dürfen sich freuen. Es wird bald eine Fortsetzung mit Gerst im All geben. Das wurde am Rande eines Besuchs der Bundeskanzlerin Angela Merkel im Astronautenzentrum der ESA bekannt. Die Regierungschefin, die selbst Physikerin ist, war einer Einladung von Gerst gefolgt.

Gersts zweite Mission ist von Mai 2018 bis November 2018 geplant. In der zweiten Hälfte seiner Langzeitmission werde Gerst drei Monate lang das Kommando der ISS übernehmen. Der 40-Jährige erklärte zu seiner Ernennung für einen zweiten Flug zur ISS, er fühle sich "sehr geehrt, dass man mir das Kommando über die Internationale Raumstation übertragen wird". Im Interview mit n-tv sagte Gerst, er freue sich auf die verantwortungsvolle Aufgabe. Noch mehr freue er sich, dass die europäische Raumfahrt "ein ganz großes Kompliment bekommen hat von den internationalen Partnern"; die ESA habe die Verantwortung übertragen bekommen für "eine der wertvollsten und bedeutendsten Maschinen der Menschheit".

Als Kommandant oder Kapitän der Raumstation muss Gerst in einem Notfall - etwa bei Ausbruch eines Feuers - die Befehle geben. Unter normalen Umständen sei der Kommandant vor allem für die Crew da und unterstütze sie, sagte er: "Man achtet darauf, dass es der Crew gut geht, dass die Stimmung passt und koordiniert zwischen Crew und der Bodenkontrolle. Wenn Not am Mann ist, springt man ein und hilft den Kollegen."

Klappt alles, wird Gerst der vierte Deutsche mit mindestens zwei Raumflügen sein. Deutscher Rekordhalter ist Ulf Merbold, der zwischen 1983 und 1994 dreimal im Erdorbit arbeitete.

Merkel ließ sich eine Reihe von Weltraumexperimenten und die Aufgaben der europäischen Copernicus-Satelliten erklären. Anschließend durchlief sie gemeinsam mit Gerst ein Modell des "ISS"-Forschungsmoduls "Columbus" und besichtigte ein Tauchbecken für das Training der Astronauten.

Merkel lobt Raumfahrt

Im Vorfeld hatte Merkel die staatliche Milliardenförderung für die Raumfahrt verteidigt. Die Raumfahrt bringe "sehr viel Nutzen im täglichen Leben", sagte sie. "Wenn ich mal an die Landwirte denke, die ganz selbstverständlich Satellitenbeobachtung nutzen, oder aber wenn ich daran denke: Umweltbeobachtung, Klimabeobachtung, Erfahrung mit der Schwerelosigkeit, die Frage von Materialforschung - all dies beeinflusst unser Leben sehr", sagte Merkel in einem Podcast der Bundesregierung.

Es sei deshalb "richtig und wichtig", dass die Raumfahrt in der Hightech-Strategie der Bundesregierung einen großen Stellenwert einnehme. Die Bundesregierung fördert die Forschung im Bereich Luft- und Raumfahrt jährlich mit über einer Milliarde Euro.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

Mehr zum Thema