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Dienstag, 05. Juni 2018

Astronaut vor neuem Rekord: Alexander Gersts Weltraumflug in Grafiken

Von Kai Stoppel

Wie umweltfreundlich ist der Flug mit einer Rakete? Und wie sicher ist ein Start? Und was ist teurer - die Raumstation ISS oder der neue Berliner Flughafen? Acht Grafiken rund um den Weltraumflug von Alexander Gerst geben Antworten.

Am Mittwoch, 6. Juni, wird der deutsche Astronaut Alexander Gerst im Rahmen der Mission "Horizons" vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ins All starten. Mächtig Lärm macht so ein Raketenstart - kein Wunder, es wird in kürzester Zeit jede Menge Treibstoff verbrannt. Die rund 80 Tonnen Kerosin, welche die Sojus-Rakete an Bord hat, entsprechen zwar in etwa der Menge, die ein Jumbo-Jet auf einem achtstündigen Transatlantikflug verbraucht. Allerdings ist der Sprit der Rakete nach nur rund neun Minuten und 1800 Kilometern Flug verbrannt. Auch fliegen - anders als im Jumbo-Jet - nur drei Personen mit. Daher fällt der Treibstoffverbrauch pro Kopf grotesk hoch aus, wie folgende Grafik deutlich macht.

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Bei so viel hochentzündlichem Treibstoff beschleicht einen die bange Frage: Wie sicher ist so ein Raketenstart? Einen Eindruck gibt die bisherige Einsatzgeschichte der verwendeten russischen Sojus-Rakete, die den deutschen Astronauten in den Weltraum transportiert. Es handelt sich um eine Sojus FG, die bereits seit 2001 im Dienst ist. Ein Blick auf die Erfolgsquote mag beruhigen: Von den bisher 53 Starts der Sojus FG waren alle erfolgreich.

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Auf der Internationalen Raumstation geht es - wie der Name schon sagt - international zu. Aber so international auch wieder nicht: Von weltweit 194 Staaten haben bisher nur 18 einen Menschen auf die ISS schicken dürfen. Der Großteil der bisher 230 Besucher der Raumstation verteilt sich zudem auf zwei Nationen: die USA und Russland. Alexander Gerst ist damit als einer von nur drei deutschen Besuchern ein Glückspilz.

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Zudem wird dieser Flug Alexander Gerst aller Voraussicht nach zu einem Rekordhalter unter deutschen Raumfahrern machen. Sollte alles glattgehen und er diesmal nach 187 Tagen wieder zur Erde zurückkehren, wird er bezogen auf die gesamte Aufenthaltsdauer im All den bisherigen deutschen Spitzenreiter Thomas Reiter um zwei Tage übertreffen.

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Und noch eine weitere Tatsache macht den zweiten Flug zur ISS von Gerst zu etwas Besonderem: Er wird aller Voraussicht nach im September als erster Deutscher und als zweiter Europäer überhaupt das Kommando auf der Raumstation übernehmen. Eine große Ehre: Bisher war dies vor allem den Bürgern aus zwei Nationen vorbehalten, wie die folgende Karte deutlich macht:

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Bei der Vorbereitung für seinen ISS-Aufenthalt 2018 hat Gerst auch Weltraumspaziergänge trainiert. Einen hat er 2014 bereits absolviert - er dauerte mehr als sechs Stunden. Ein Spaziergang ist es allerdings nicht wirklich: So ein Außeneinsatz an der Raumstation bedeutet vielmehr harte Arbeit für die Raumfahrer. Dennoch soll es auch eine tolle Erfahrung sein. Und sie wird nicht allen ISS-Besatzungsmitgliedern zuteil. Seit 1998 wurden 210 Weltraumspaziergänge absolviert.

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Aber auch in der ISS selbst kann man Spaziergänge machen - Platz genug gibt es, sie ist nämlich eine gewaltige Anlage mit etwa 1200 Kubikmetern Wohn- und Arbeitsraum. Ihre Größe - sie hat eine Gesamtmasse von mehr als 400 Tonnen - wird auch im Vergleich zu anderen Raumstationen deutlich, die bisher die Erde umkreisten. Dazu gehört etwa die 1971 gestartete sowjetische Saljut 1, die erste Raumstation der Welt. War sie noch vergleichsweise klein, erreichte die Nachfolgerin Mir schon ein beachtliches Ausmaß. Allerdings ist die Raumstation ISS der bisher mit Abstand massivste Außenposten der Menschheit im All. Die aktuell einzige weitere aktive Raumstation, die chinesische Tiangong 2, die seit 2016 die Erde umkreist, ist vergleichsweise winzig.

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Und in anderer Hinsicht setzt die Internationale Raumstation ebenfalls Maßstäbe: bei den Kosten. Während man sich hierzulande angesichts der immer stärker steigenden Kosten für den neuen Berliner Hauptstadtflughafen BER die Haare rauft, fallen diese im Vergleich zur ISS fast bescheiden aus. Zu sehen an der Liste der teuersten von Menschen errichteten Bauwerke (der vergangenen Jahrzehnte):

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Quelle: n-tv.de