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Ausreißer bei AlkoholunfällenAm Vatertag bleibt es auf deutschen Straßen am gefährlichsten

14.05.2026, 06:57 Uhr
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Im Jahr 2025 gab es am Vatertag 284 Unfälle unter Alkoholeinfluss - etwa dreimal so viel wie an normalen Tagen. Mehr als 130 Menschen wurden teilweise schwer verletzt.

Jedes Jahr im Mai zeigt die Unfallstatistik denselben Ausschlag: Am Vatertag verdreifacht sich die Zahl der Alkoholunfälle auf deutschen Straßen. Trotz langfristig sinkender Trunkenheitsfahrten bleibt Christi Himmelfahrt der traurige Spitzenreiter im Kalender.

Es ist eine der hartnäckigsten Auffälligkeiten der deutschen Unfallstatistik - und sie wiederholt sich Jahr für Jahr im Mai: Am Vatertag, der immer auf den Feiertag Christi Himmelfahrt fällt, schnellt die Zahl der Alkoholunfälle deutlich nach oben. An Christi Himmelfahrt 2025 gab es 284 Unfälle unter Alkoholeinfluss, wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mitteilte. Das waren etwa dreimal so viele Unfälle wie an normalen Tagen. 64 Menschen wurden dabei schwer und 167 leicht verletzt.

Es handelt sich nicht um einen statistischen Ausreißer: 2019 waren es 263 Alkoholunfälle am Vatertag, 2020 dann 319, 2023 sogar 340. Für das Jahr 2024 registrierte das Statistische Bundesamt 287 solcher Unfälle - auch damals der absolute Jahreshöchstwert. Bei 204 davon kamen Menschen zu Schaden, 58 wurden schwer verletzt, eine Person starb. In einer Auswertung des Datendienstleisters Datapulse wird Christi Himmelfahrt bezeichnet als der "mit Abstand schlimmste Tag des Jahres, um auf deutschen Straßen unterwegs zu sein".

Lange galten alkoholisierte Autofahrer als das Hauptproblem am Vatertag. Eine Auswertung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) auf Basis von Polizeidaten aus zwölf Bundesländern zeichnete für 2022 ein anderes Bild: Damals ging die Hälfte aller Alkoholunfälle auf das Konto von Radfahrern, Autofahrer verursachten knapp 38 Prozent. Eine mögliche Erklärung des UDV: Viele hätten weniger Hemmungen, alkoholisiert aufs Rad zu steigen, weil sie das für weniger gefährlich hielten.

An Christi Himmelfahrt ziehen traditionell Männergruppen mit Bollerwagen voll Bier und Schnaps, zu Fuß oder auf Fahrrädern durch Wälder und Felder. Das Wetter ist oft gut, der Alkoholkonsum beginnt früh und zieht sich über Stunden hin. Dennoch: Eine Kausalität zwischen Vatertags-Tradition und Häufung der Unfallzahlen ist wissenschaftlich bisher nicht belegt. Bisher sind es lediglich Indizien, die einen Zusammenhang plausibel erscheinen lassen.

Trend bei tödlichen Alkoholunfällen rückläufig

Die gute Nachricht ist, dass der langfristige Trend bei tödlichen Alkoholunfällen rückläufig ist. Wurden 2011 noch 400 Menschen in Deutschland durch Alkohol am Steuer getötet, waren es laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) im Jahr 2024 knapp die Hälfte - 2025 ging die Zahl der bei Alkoholunfällen Getöteten auf 166 zurück.

"2025 sind deutlich weniger Menschen infolge von Alkoholunfällen ums Leben gekommen. Das ist eine gute Entwicklung", sagte DVR-Hauptgeschäftsführer Stefan Grieger laut einer Mitteilung. "Doch wir dürfen nicht nachlassen. Verkehrssicherheit braucht klare Regeln - und verständlich ist nur eine einzige: Kein Alkohol am Steuer oder auf dem Fahrrad - weder an Himmelfahrt, noch an einem anderen Tag des Jahres."

Quelle: ntv.de, kst

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