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Corona-Panik fehl am Platz Ärztebund rechnet erst 2021 mit Impfstoff

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"In einem günstigen Fall haben wir nächstes Jahr einen Impfstoff", sagt der Vorsitzende des Weltärztebundes.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mediziner und Wissenschaftler versuchen den Ursprung des Coronavirus zu finden. Bis ein Impfstoff entwickelt wird, dürfte es noch mehrere Monate dauern. Bis dahin gilt es laut Weltärztebund, die Übergangszeit zu managen.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens im kommenden Jahr mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus, warnt aber vor Panik. "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse". Die Technik der Impfstoff-Gewinnung und -Zulassung dauere mindestens ein Jahr. "In einem günstigen Fall haben wir nächstes Jahr einen Impfstoff."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe recht, wenn er sage, dass Deutschland an der Schwelle zur Epidemie sei, sagte Montgomery. Forschungsergebnisse aus Hamburg deuteten aber darauf hin, dass sich das Virus gerade abschwäche.

"Richtig ist jetzt, wo immer möglich, den Ausgangspunkt der Infektion zu finden und Quarantäne-Maßnahmen in begrenzten Bereichen durchzuführen. Isolationsstationen in den Kliniken müssen mit Hochdruck geschaffen werden", sagte Montgomery weiter.

Ortschaften abzuriegeln hätte nur Sinn, "wenn in Dörfern oder Kleinstädten Verkehrsverbindungen leicht abgegrenzt werden können", sagte der Chef des Weltärztebundes. "Vor allem müssen wir aber aufhören, Panik zu machen. Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen. Dies ist aber nicht der Weltuntergang."

Quelle: ntv.de, mba/dpa