Zwei Sonnen am HimmelAstronomen entdecken 27 mögliche "Star Wars"-Planeten

Australische Forscher finden mit einer raffinierten Methode 27 Kandidaten für Planeten, die nicht um einen Stern kreisen, sondern um zwei - so wie Luke Skywalkers Heimatplanet in den Star-Wars-Filmen. Doch wäre dort auch Leben möglich?
Eine der berühmtesten Filmszenen der Kinogeschichte spielt sich in einer Wüste ab: Der junge Luke Skywalker steht in "Krieg der Sterne" auf seinem Heimatplaneten Tatooine und blickt auf einen Sonnenuntergang - mit gleich zwei Sonnen am Horizont. Als George Lucas diese Bilder 1977 in die Kinos brachte, war noch nicht einmal sicher, ob es überhaupt Planeten außerhalb unseres Sonnensystems gibt.
Heute kennt die Forschung mehr als 6000 dieser sogenannten Exoplaneten - doch nur eine Handvoll davon umkreist tatsächlich zwei Sterne gleichzeitig. Genau 18 solcher "zirkumbinärer" Welten waren bislang bestätigt. Ein Forschungsteam spürt nun 27 neue Kandidaten für Doppelstern-Planeten auf. Bestätigen sich die Funde, würde sich die Zahl bekannter Tatooine-Welten auf einen Schlag mehr als verdoppeln.
Die Studie der Forscher wurde im Fachmagazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" veröffentlicht. Die von ihnen entdeckten Kandidaten für Doppelsonnen-Planeten liegen zwischen 650 und 18.000 Lichtjahren von der Erde entfernt. Von ihrer Masse her liegen sie zwischen der Neptunmasse und dem Zehnfachen der Jupitermasse.
Doch wie hat das Team die Planeten überhaupt entdeckt? Die Doppelsterne verdecken sich von der Erde aus gesehen immer wieder, was sich mit der Genauigkeit eines Uhrwerks vorhersagen lässt. Zieht aber ein dritter, unsichtbarer Körper mit seiner Schwerkraft an beiden, beginnt die Bahn des Sternenpaares minimal zu taumeln - die Verfinsterungen kommen mal eine Spur zu früh, mal zu spät. Aus diesem feinen Taumeln konnten die Forscher auf einen verborgenen Planeten schließen.
Leben auf Planeten mit Doppelsonne denkbar
Bisher war man bei der Entdeckung von Planeten um fremde Sterne vor allem auf die sogenannte Transitmethode angewiesen, die jedoch voraussetzt, dass ein Exoplanet aus unserer Sicht genau vor dem Heimatstern vorbeizieht und man dessen minimale Verdunkelung messen kann. "Die neue Methode könnte uns helfen, eine große Population versteckter Planeten aufzudecken", sagte Erstautorin Margo Thornton von der University of New South Wales in Sydney laut einer Mitteilung.
Aber könnte es auf einem Planeten mit zwei Sonnen auch Leben geben? Manche Forscher halten das nicht für unmöglich: "Ein Planet wie Tatooine könnte potenziell existieren, wenn sich seine Umlaufbahn in einem idealen Bereich um die beiden Sterne befindet - wo es weder zu heiß noch zu kalt ist.", sagte die Astrophysikerin Sara Webb von der australischen Swinburne University of Technology, die an der Studie nicht beteiligt war, dem "Guardian".