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768 Kilometer lang Blitz über US-Himmel knackt den Rekord

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Dieses Satellitenbild zeigt den Gewitterkomplex, der Ende April 2020 über dem Himmel von Texas, Louisiana und Mississippi für Unruhe sorgte,

(Foto: dpa)

Im Süden der USA erhellt am 29. April ein gigantischer Blitz den Himmel. Auf einem Satellitenbild ist sein Ausmaß zu erkennen: Er ist atemberaubende 768 Kilometer lang. Damit übertrifft das Naturspektakel den bisherigen Rekord um Längen.

Ein einziger Blitz mit einer Länge von 768 Kilometern über dem Himmel der USA hat der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zufolge den Rekord für den längsten je gemessenen Blitz aufgestellt. Die WMO erklärte, dass der am 29. April 2020 im Süden der USA registrierte Blitz den bisherigen Rekord vom 31. Oktober 2018 aus Südbrasilien um rund 60 Kilometer übertraf.

Die WMO meldete zudem einen neuen Weltrekord für die Dauer eines Blitzes. Demnach dauerte der Blitz bei einem Gewitter über Uruguay und Nordargentinien 17,1 Sekunden - 0,37 Sekunden länger als der bisherige Rekord, der am 4. März 2019, ebenfalls in Nordargentinien, aufgestellt wurde. Der WMO zufolge wurden die Rekordblitze in Regionen gemessen, die für riesige Gewitterkomplexe bekannt sind.

"Dies sind außergewöhnliche Rekorde", erklärte der WMO-Berichterstatter für Wetter- und Klimaextreme, Randall Cerveny. Sie seien "ein lebendiger Beweis für die Macht der Natur und für den wissenschaftlichen Fortschritt bei der Durchführung solcher Bewertungen". Die Technologie zur Erfassung der Länge und Dauer von Blitzen hat sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert und ermöglicht nun Rekorde, die weit über das hinausgehen, was früher die Norm war. Die letzten "Megablitz"-Rekorde aus den Jahren 2018 und 2019 waren die ersten, die mit der neuen Satellitentechnologie zur Erfassung von Blitzen verifiziert wurden.

Blitze fordern jährlich viele Menschenleben

Sie waren beide mehr als doppelt so lang wie die vorherigen Rekorde, die mit bodengestützter Technologie erfasst wurden. Cerveny zufolge ist es wahrscheinlich, dass noch längere Blitze gemessen werden, wenn die Messtechnik weitere Fortschritte macht. Die WMO wies in dem Zusammenhang auf die "große Gefahr" durch Blitze hin - diese forderten jedes Jahr "viele Menschenleben", erklärte WMO-Chef Petteri Taalas. Die UN-Behörde erklärte, dass die einzigen blitzsicheren Orte große Gebäude mit Verkabelung und Rohrleitungen oder vollständig geschlossene Fahrzeuge mit Metalldach sind.

Im Archiv der WMO werden auch zwei tragische Blitzrekorde aufgeführt: Der tödlichste direkte Blitzeinschlag war 1975, als 21 Menschen in Simbabwe in einer vom Blitz getroffenen Hütte starben. Der tödlichste Vorfall im indirekten Zusammenhang mit einem Blitz war 1994 in Dronka in Ägypten, wo 469 Menschen starben, als ein Blitz in eine Reihe von Öltanks einschlug und brennendes Öl die Stadt überflutete.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

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