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Studie britischer Meteorologen Buschfeuer bringen deutlichen CO2-Anstieg

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In Australien wüten seit Monaten schwere Feuer, besonders im Südosten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um rund zehn Prozent werden die weltweiten CO2-Emissionen dieses Jahr ansteigen. Ein großer Teil dieses Zuwachses ließe sich auf die australischen Buschfeuer zurückführen, schätzt der staatliche Wetterdienst Großbritanniens.

Die Buschbrände in Australien dürften in diesem Jahr bedeutend zum Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt der staatliche britische Wetterdienst Met Office in einer Studie. Die Experten rechnen für dieses Jahr mit einer Zunahme der CO2-Emissionen um zehn Prozent. Dieses sei einer der stärksten Zuwächse seit Beginn der Messungen im Jahr 1958. Bis zu einem Fünftel des Anstiegs ließe sich auf den CO2-Ausstoß durch die Feuer in Australien zurückführen.

Die Buschbrände betreffen Gebiete, die zusammen so groß sind wie etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands. Seit Wochen kann die australische Feuerwehr maximal Schadensbegrenzung betreiben. Über 1000 Häuser haben die Flammen schon zerstört, viele Menschen mussten fliehen, 32 starben. Auch Feuerwehrleute sind unter den Opfern. Außerdem wird geschätzt, dass bereits rund eine halbe Milliarde Säugetiere, Vögel und Reptilien im Feuer starben.

Die langfristige Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre gilt als Hauptgrund für den Klimawandel. Sie geht nach Auffassung vieler Wissenschaftler in erster Linie auf menschengemachte Emissionen zurück. Die britischen Forscher skizzieren eine Art von Teufelskreis: Erhöht sich die Temperatur im Pazifischen Ozean, steigt an Land auch die Trockenheit in vielen Regionen. Dies führt dazu, dass dort Pflanzen langsamer wachsen und in der Folge weniger CO2 aufnehmen können. Dadurch wiederum wird die Erderwärmung angefacht, was die Gefahr von Waldbränden vergrößert.

Welchen Anteil allerdings die Buschfeuer genau am Anstieg der CO2-Konzentration haben, ist schwer zu sagen, gibt der Meteorologe Professor Richard Betts vom Mett Office zu. Kurzfristige Schwankungen seien stark vom Verhalten natürlicher Kohlenstoffspeicher abhängig, auf lange Sicht aber mache sich der Einfluss des Menschen deutlich bemerkbar. Durch Erdölverbrennung und Abholzung sei die CO2-Konzentration seit 1958 jedes Jahr gestiegen - nur eben mal mehr, mal weniger stark.

Quelle: ntv.de, lwe/rts