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Durch Körperkontakt übertragbar Cannabis-Test im Haar nicht haltbar

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(Foto: picture alliance / dpa)

Bisher ist man davon ausgegangen, dass man Drogen-Konsum mit einer Haarprobe zweifelsfrei nachweisen kann. Für THC ist das Verfahren mehr als fraglich, wie Forscher nach einem Selbsttest herausfinden.

Den Konsum von Cannabis kann man nicht, wie bisher angenommen, durch eine Haaranalyse zweifelsfrei beweisen. Das haben Forscher der Universität Freiburg nun herausgefunden. Zwei Wissenschaftler aus dem Team um Prof. Volker Auwärter, Laborleiter der Forensischen Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin, haben für die Untersuchung 30 Tage lang das sogenannte Dronabinol, das halbsynthetisch hergestelltes THC enthält, regelmäßig eingenommen. Während dieser Zeit wurden an den beiden Freiwilligen umfangreiche Messungen durchgeführt.

Die Daten führten zu den Ergebnissen, dass erstens bei einer Einnahme von THC die Einlagerungen nicht über den Blutkreislauf in der durchbluteten Haarwurzel passieren - und dementsprechend beispielsweise eine Abstinenzkontrolle im Rahmen einer Fahreignungsprüfung durch eine Haaranalyse nicht aussagekräftig ist.

Und zweitens die Abbauprodukte von THC, beispielsweise das sogenannte THC-COOH, das bisher als Nachweis für den Cannabis-Konsum galt, auch über Schweiß und Talg eines Konsumenten auf das Haar anderer Personen übertragen werden können. "Die neuen Erkenntnisse sind insbesondere bei Analysen von Kinderhaarproben im Rahmen von Sorgerechtsfragen von Bedeutung, da eine Cannabinoid-Übertragung bei engem Körperkontakt besonders wahrscheinlich ist und zu völlig falschen Rückschlüssen führen kann", fasst Prof. Auwärter die Ergebnisse im Gespräch mit n-tv.de zusammen.

Falsche Rückschlüsse wahrscheinlich

In Ländern, in denen bei Arbeitnehmern oder Bewerbern Drogenkontrollen durchgeführt werden, könne die Folge einer Fehlinterpretation der Ergebnisse einer Haaranalyse zum Verlust des Arbeitsplatzes oder zum Ausschluss vom Bewerbungsverfahren führen, erklärt der Experte weiter.

Bereits in früheren Studien konnten die Freiburger Forscher nachweisen, dass es zu einer von außen herbeigeführten THC-Kontamination der Haare durch Cannabisrauch von anderen Personen kommen kann, die auch nach zahlreichen Haarwäschen erhalten bleibt. Außerdem werden bereits durch das bloße Hantieren mit Cannabis relevante Mengen Cannabinoide auf das Haar übertragen.

Quelle: ntv.de, jaz

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