Wissen

"Revolutionäres Programm" Esa will Weltraumschrott wegräumen

ACHTUNG Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung.jpg

Satellit der Raumfahrtmission ClearSpace-1 der Esa: Die Mission, die 2025 starten soll, wird die erste sein, die ein Trümmerfeld in der Umlaufbahn entfernt.

(Foto: ESA/dpa)

Im All umherfliegender Schrott ist eine ernsthafte Gefahr. Die Weltraumagentur Esa bekommt täglich über 100 Kollisionswarnungen - entweder werden Satelliten beschädigt oder müssen ausweichen, was sehr teuer ist und ihre Lebensdauer verkürzt. Nun soll ein neuartiger Müllentsorger starten.

Die Europäische Weltraumorganisation (European Space Agency, Esa) hat vor den Gefahren durch Weltraumschrott gewarnt und will mit einer neuen Mission im All aufräumen. Täglich gebe es über 100 Kollisionswarnungen im Operationszentrum der Esa in Darmstadt, sagte Rolf Densing, Esa-Direktor für Missionsbetrieb, am Mittwoch am Rande der Esa-Neujahrspressekonferenz in Paris.

Denn Trümmer können mit aktiven Satelliten kollidieren und diese beschädigen. Die Ausweichmanöver verursachen demnach hohe Kosten. Denn sie benötigten Treibstoff, was wiederum die Lebenszeit der Satelliten verkürze, so der Experte.

Aufräumen und zugleich Müll vermeiden

127114491.jpg

Viel Weltraumschrott kreist um die Erde (undatierte Computergrafik).

(Foto: ID&Sense/ONiRiXEL/ESA/dpa)

Im Auftrag der Esa soll ab 2025 erstmals ein Schweizer Startup mit einem Raumfahrzeug die Oberstufe einer europäischen Vega-Rakete einfangen. Diese sogenannte Vespa fliegt seit dem Flug einer Trägerrakete Vega im Jahr 2013 durchs All. Der Müllentsorger soll einen eigenen Motor haben und so direkt wieder die Umlaufbahn verlassen können. Er verbrennt dann gemeinsam mit der Vespa in der Erdatmosphäre. "Es ist ein revolutionäres Programm", sagte Esa-Chef Jan Wörner. "Wir räumen auf und vermeiden zusätzlichen Müll." Folgemissionen sollen dann noch größere Aufgaben übernehmen.

Esa-Chef Wörner äußerte sich auch zur Diskussion über einen deutschen Weltraumbahnhof. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte im vergangenen Jahr wohlwollend auf den Wunsch der deutschen Industrie reagiert und angekündigt, einen solchen Vorschlag prüfen zu wollen. "Mit uns ist man da bisher nicht in der detaillierten Diskussion", sagte Wörner.

Zukunft von Alexander Gerst noch offen

Auch die Zukunft von Astronaut Alexander Gerst ist Wörner zufolge bisher noch offen. "Er (...) hat noch keinen Beschluss gefasst: Will er in der Raumfahrt als solches bleiben? Will er in einen ganz anderen Bereich gehen? Oder sollten wir sogar versuchen, für ihn einen weiteren Flug zu machen? Jung genug ist er", so Wörner. Man überlege gemeinsam, wie es weitergehe.

Der 43-jährige "Astro-Alex" war der erste deutsche Kommandant der Internationalen Raumstation ISS und ist der Deutsche, der am längsten im Weltraum war.

Quelle: ntv.de, abe/dpa