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Hawkings letzte Angst Essays prophezeien die "Supermenschen"

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Der britische Astrophysiker Stephen Hawking galt als Visionär - auch die Besiedlung des Universums hatte er gefordert.

(Foto: Stefan Zaklin)

In mehreren Schriftstücke äußerte der gestorbene Physiker Stephen Hawking die Befürchtung, dass sich wohlhabende Leute zukünftig Methoden zur Genmanipulation leisten und damit eine überlegene Spezies von Supermenschen erschaffen.

Der im März 2018 gestorbene Astrophysiker Stephen Hawking hat die Vermutung geäußert, dass durch Genmanipulation eine neue Spezies von Supermenschen geschaffen werden könne, die den Rest der Menschheit zerstören kann. Das geht aus mehreren Essays hervor, die unter anderem in der "Sunday Times" publiziert wurden. Die Schriftstücke soll er in Vorbereitung auf sein neues Buch geschrieben haben, das am 16. Oktober 2018 erscheint.

Hawking schrieb in "Brief Answer to the Big Questions" (übersetzt: Kurze Antworten auf große Fragen): "Ich bin sicher, dass die Menschen im Laufe dieses Jahrhunderts für sich die Möglichkeit entdecken werden, ihre intellektuellen Fähigkeiten sowie Instinkte - wie Aggression beispielsweise - zu modifizieren." Er merkte an, dass dies vermutlich durch gentechnologische Gesetze zu unterbinden versucht werde. "Allerdings werden einige Menschen nicht imstande sein, der Versuchung zu widerstehen, menschliche Charakteristiken wie Gedächtnis, Widerstandskraft gegen Krankheiten und Lebensdauer zu verbessern", so Hawking weiter.

Dies werde jedoch "zum Auftauchen ernsthafter politischer Probleme mit unverbesserten Menschen führen, die nicht imstande sind, mit ihnen zu konkurrieren." Sie würden "womöglich aussterben oder unbedeutend werden. Stattdessen werden wir eine Rasse von Menschen erhalten, die sich selbst projektieren, indem sie sich immer weiter verbessern", mutmaßte Hawking.

Genmanipulation wird teilweise schon genutzt

Seine Aussagen beruhen auf den Erkenntnissen zu neuen Techniken wie die Crispr-Cas9-Methode, mithilfe derer man die DNA gezielt verändern kann. Die Methode wurde vor sechs Jahren entwickelt und ermöglicht es Wissenschaftlern, beschädigte Gene zu modifizieren oder neue hinzuzufügen. Das "Great Ormond Street Hospital for Children"  in London hat die Methode bereits angewendet, um Kinder mit einer zuvor unheilbaren Leukämie zu behandeln. Dabei wurde jedoch auch die Frage aufgeworfen, ob die Eltern bei Verwendung derartiger Techniken das Risiko eingehen sollten, dass die Behandlung Nebeneffekte hervorruft.

Stephen Hawking galt als der bedeutendste Wissenschaftler auf dem Gebiet der theoretischen Physik. Er starb am 14. März 2018 im Alter von 76 Jahren an der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).

Quelle: n-tv.de, lle

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