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Ernstes Problem bei Olympia 2020 Experte warnt Sportler vor Sonne in Tokio

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Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 2020: Auf der Strecke für die Wettbewerbe im Gehen wird Wasser versprüht, um den Einfluss auf die Temperatur zu testen.

(Foto: AP)

Die Sommerhitze in Tokio ist brutal - für Sportler bei den Olympischen Spielen 2020 könnte sie ein echtes Problem darstellen. Ein Mathematiker hat errechnet, welche Athleten am gefährdetsten sind und die höchste Menge an UV-Strahlen abbekommen.

Wer auch immer 2020 die Olympia-Siegerin im Damen-Tennis in Tokio sein wird: Sie sollte sich bei den Wettkämpfen gut vor der Sonne schützen. Der Mathematiker Nathan Downs von der University of Southern Queensland in Australien hat errechnet, dass die Gewinnerin im Damen-Einzel wohl die höchste Menge an UV-Strahlung abbekommen und damit unter den Olympioniken dem höchsten Risiko eines Sonnenbrands ausgesetzt sein wird.

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Die Sportler müssen sich darauf gefasst machen: In Tokio wird es im Sommer oft brütend heiß.

(Foto: AP)

Das liegt schlicht daran, dass Tennis-Spieler oft lange Zeit während der heißesten Tageszeit draußen sind. Frauen seien eher gefährdet, weil ihre männlichen Kollegen häufiger schützende Käppis trügen.

Dass die brutale Sommerhitze in Tokio ein ernstes Problem für die Olympischen Spiele 2020 darstellen könnte, darüber sind sich die Organisatoren seit Langem bewusst. Maßnahmen gegen die Hitze sind in Vorbereitung. Einige Wasserzerstäuber, an denen sich Zuschauer abkühlen können, stehen zum Beispiel schon im Stadtteil Ariake, wo unter anderem die Wettbewerbe im Turnen, Tennis und Volleyball stattfinden. Auf der Marathonstrecke wird ein spezieller Bodenbelag aufgebracht, der die Rückstrahlung der Hitze vermindern soll.

Welche Kleidung wird getragen?

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Sonnenuntergang in Tokio: Einige Wettbewerbe sollen zu Tageszeiten stattfinden, wenn die Sonne noch nicht oder nicht mehr so stark scheint.

(Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Downs hat nun errechnet, welche Athleten in Tokio wahrscheinlich die höchste Menge an UV-Strahlen abbekommen. Hierzu verwendete er unter anderem Satelliten-Daten zur Bewölkung und Ozon-Konzentration. Dabei berücksichtigte der Mathematiker zugleich die Tageszeiten, an denen die Wettkämpfe gewöhnlich stattfinden, und die Dauer der Spiele. Ferner schaute er sich Aufnahmen der Spiele in Rio 2016 an, um zu sehen, was für Kleidung Athleten tragen und auf was für Untergrund sie antreten, da dieser Sonnenstrahlen unterschiedlich reflektiert.

Neben der Siegerin im Damen-Tennis bekommen demnach die Gold-Medaillen-Gewinner im Männer-Golf und der Gewinner im Radfahren der Männer die meiste Strahlung ab, da diese lange Zeit während der heißesten Phase am Tag draußen sind. So müsse die Gewinnerin im Damen-Einzel über sechs Runden spielen, viele davon zur Mittagszeit. Athleten mit heller Haut müssten ohne Sonnencreme mit beträchtlichem Sonnenbrand rechnen, ergab die im Fachjournal "Temperature" vorgestellte Analyse zudem. Das gelte auch für Beach-Volleyballer, Hockey-Spieler sowie für Athleten beim Rugby, Triathlon, Fußball, Softball und im 10-Kilometer-Schwimmen.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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