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Europa ist Hotspot Forscher erwarten mehr einwandernde Arten

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Säugetiere wie der bereits eingewanderte Waschbär bleiben die Ausnahme.

(Foto: dpa)

Dank des weltweiten Handels- und Verkehrsnetzes erobern immer mehr "alien species" neue Lebensräume außerhalb ihrer Heimat. Forscher können mit Computermodellen einen Blick in die Zukunft werfen. Demnach muss sich Europa auf zahlreiche Neuankömmlinge einstellen.

Krebse, Pilze und vor allem Insekten: Die Anzahl sogenannter gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten wird Berechnungen von Forschern zufolge bis Mitte des Jahrhunderts weltweit um mehr als ein Drittel ansteigen. Europa werde am stärksten davon betroffen sein, schreibt ein Team um Hanno Seebens vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum im Fachmagazin "Global Change Biology".

Bei den Tieren werden eher weniger auffällige Neuankömmlinge erwartet. "Schaut man sich an, welche Pflanzen- und Tiergruppen weltweit demnächst neue Lebensräume erobern, sind das vor allem Insekten und andere Gliederfüßer wie Spinnen oder Krebstiere", erklärt Co-Autor Franz Essl von der Universität Wien. Ihre Zahl werde bis zur Mitte des Jahrhunderts in jeder Region der Erde deutlich zunehmen. Dagegen werde es kaum neue Säugetierarten wie etwa den bereits eingewanderten Waschbären geben.

Im Jahr 2005 gab es den Angaben zufolge weltweit mehr als 35.000 gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten (englisch "alien species"). Die Eroberung neuer Lebensräume erfolgt über Schiffe, Lastwagen oder Flugzeuge entlang der weltweiten Verkehrs- und Handelsrouten. Ihre Zahl wird den Berechnungen zufolge bis 2050 um 36 Prozent steigen. Weil sich an dieser globalen Vernetzung auch nichts mehr ändert, ist eine Umkehr der Invasion gebietsfremder Arten nicht in Sicht.

Neue Arten können Problem werden

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In Europa erwarten die Forscher eine besonders hohe Zunahme von 64 Prozent - was rund 2500 neuen gebietsfremden Arten entspricht. Weitere Hotspots sind demnach die gemäßigten Breiten Asiens sowie Nord- und Südamerika, der geringste Zuwachs wird für Australien angenommen. Die Wissenschaftler hatten ein Computermodell aus den Beobachtungen der Vergangenheit entwickelt, um die Prognosen zu berechnen.

Zwar sorge nur ein Bruchteil der Arten im Zielgebiet für Probleme, sagte Seebens. Diese ließen sich allerdings nicht vorhersagen und könnten durchaus massiv sein. Seebens verwies auf den Asiatischen Laubholzbockkäfer, der bisher punktuell auch in Deutschland aufgetaucht sei. Er kann Laubbäume zum Absterben bringen. Die EU gehe von jährlichen Kosten durch invasive Arten in Höhe von 12,5 Milliarden Euro aus, unter anderem für die Landwirtschaft. Die Forscher plädieren für eine strenge Regulierung und deren strikte Umsetzung, um das Einbringen neuer Arten zu vermeiden.

Quelle: ntv.de, sba/dpa