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Liebe lernen bei "Make Love" Hausaufgaben im Fach Sex

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Professionelle Anleitung für besseren Sex.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Doku-Reihe "Make Love" geht in eine neue Runde. Als Erstes ist das Thema "Sex ab 40" dran. Tröstliches Fazit: "Es dauert länger, aber der Knall ist größer."

Beim Thema Sex geht es nicht ohne Gekicher und rote Wangen – auch nicht bei der Vorstellung der zweiten Staffel der MDR- und SWR-Dokumentationsreihe "Make Love". Das ist die erste beruhigende Botschaft für die Zuschauer: Aufgeklärt ist immer noch etwas anderes als abgeklärt.

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Paartherapeutin Ann-Marlene Henning (m) mit dem Protagonisten-Paar Silke (r) und Andreas.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die vieldiskutierte Doku-Reihe geht in eine neue Runde: Wieder spricht die Sexologin, Paartherapeutin und Bestsellerautorin Ann-Marlene Henning mit unterschiedlichen Paaren und Singles über deren Beziehungs- und Sexleben. Diesmal dürfte sich die Aufregung in Grenzen halten – denn dass es sich hier nicht um "Die schärfste Doku des Jahres" ("Bild") handelt, sondern um echte Paare mit echten Problemen, dürfte die vielfach ausgezeichnete Gebrüder-Beetz-Filmproduktion in der ersten Staffel ausreichend bewiesen haben.

Also kann man sich bei den drei neuen Folgen auf die Themen konzentrieren. In der ersten Folge greift die mittlerweile für ihren lockeren und unkomplizierten Ton bekannte Henning das Thema ihres neuen Buches "Make more Love" auf: Was passiert beim Sex, wenn man keine 20 Jahre alt mehr ist? "Die Lebensmitte um die 40 ist eine Zeit vieler Umbrüche, eine Art zweite Pubertät", meint Henning. "Körper und Sexualität verändern sich. Vieles ist nicht mehr so wie man es bisher kannte."

Die Haare werden grau, die Körperfettverteilung ändert sich, das alles erfordert eine neue Identitätssuche – die angestammte Rolle des jungen Mannes, der jungen Frau passen nicht mehr. "Bin ich noch attraktiv?" Diese Frage stellten sich auch Silke (50) und Andreas (47). Das in der Doku vorgestellte Paar hat sich genau in der Phase der Wechseljahre ineinander verliebt. Zu der Unsicherheit über den eigenen Körper kommen die Unsicherheiten, die ein neuer Partner mit sich bringt, hinzu.

Silke und Andreas reden in "Make Love" über ihre Zweifel, ihre Sorgen und darüber, was im Bett klappt und was nicht. Und ja: Man sieht die Überwindung, die das besonders Andreas kostet. Und die großen Augen, wenn Paartherapeutin Ann-Marlene Henning mal eben flott mit Hilfe eines Stuhls neue Stellungen präsentiert. Oder gleich zum Tablet greift, um ganz konkret in einem Video anhand eines Modellpaares zu zeigen, wie entspannter Sex aussehen kann. Wenn dann später stolz über gut erledigte Hausaufgaben berichtet wird, gibt es aber auch mal einen zärtlichen Moment – da muss sich selbst eine erfahrene Sexologin erstmal einen Kaffee holen, um das neugefundene Glück nicht zu stören.

"Meinen Eltern nichts erzählt"

Doch bei aller Freude über die neu entdeckte Intimität – sorgen sich die Teilnehmer an der Doku nicht auch darüber, was am Montag nach der Erstausstrahlung im Büro passiert? Natürlich denkt man auch daran, bestätigt Silke. Doch sie sei offen damit umgegangen: "Ich habe es als erstes meinen drei Kindern erzählt, für die war das in Ordnung. Mit Bekannten und Freunden ergaben sich dann tolle Gespräche, die Resonanz war sehr positiv." Nur ihren Eltern habe sie es nicht erzählt, verrät Silke und lacht.

Nach dem Erfolg der ersten Staffel hätte es keinen Mangel an Bewerbern gegeben, berichtet Produzent Christian Beetz. Das liege vielleicht auch an dem Schild der Seriosität, das man als MDR und SWR vor sich hertrage. Das einzige Problem beim Casting: Viele der Paare, die mitmachen wollten, hatten gar keine Probleme – sie wollten einfach über ihre glückliche Sexualität reden. Auch wenn das ursprünglich nicht geplant war, erhielten einige von ihnen die Gelegenheit dazu.

Die Doku zeigt auch fröhliche Paare, über 60 oder 70 Jahre alt, die den Beweis antreten, dass empirisch gesehen frisch Verliebte um die 60 Jahre mehr Sex haben als 30-Jährige, die in langen Beziehungen leben. Und nicht nur das: Man habe könne im höheren Alter nicht nur mehr, sondern auch deutlich besseren Sex haben, verrät eine gemütliche Picknick-Runde und deutet verwegen den größeren Knall an. Die zweite beruhigende Botschaft.

Und die Hausaufgaben? Die gibt Ann-Marlene Henning indirekt auch den Zuschauern auf. Damit beim Üben nichts schiefgeht, stellt das junge Modellpaar etwa die rückenschonenden Stellungen für ältere Paare vor. Das sieht zweifellos ästhetisch und attraktiv aus. Dennoch war Hennings neues Buch "Make More Love" da mutiger. Vielleicht traut sich der MDR beim nächsten Mal, ein paar Falten mehr zu zeigen.

Folge eins am 16. November im MDR und am 26. November im SWR, jeweils um 22 Uhr.

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Quelle: ntv.de

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