Infektionswelle in DeutschlandInfluenza führt, RSV holt auf - ein Virus ist abgeschlagen

Die Grippewelle rollt weiter durch Deutschland - doch der Höhepunkt ist laut neuesten RKI-Daten offenbar erreicht. Influenza bleibt der dominierende Erreger in Praxen und Kliniken. RSV legt immer weiter zu, während ein Virus kaum noch eine Rolle spielt.
Die Grippe hat Deutschland weiter im Griff - doch es gibt ein erstes vorsichtiges Aufatmen: Nach den aktuellen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist der Höhepunkt der Grippewelle offenbar überschritten. Demnach ist die Zahl akuter Atemwegserkrankungen (ARE) in der Bevölkerung leicht zurückgegangen. Laut RKI lag die geschätzte Inzidenz bei rund 8200 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner - das entspricht etwa 6,9 Millionen neu aufgetretenen Atemwegsinfekten innerhalb nur einer Woche. Dabei dominiert Influenza weiterhin das Infektionsgeschehen, während Corona so gut wie keine Rolle mehr spielt.
Auch in Arztpraxen zeigt sich laut dem ARE-Wochenbericht ein Rückgang: Rund 1,6 Millionen Menschen suchten wegen akuter Atemwegsbeschwerden ärztliche Hilfe auf. Damit liegt die Aktivität zwar weiterhin auf einem für die Jahreszeit hohen Niveau, aber unter den Werten der Vorsaison.
Grippe dominiert weiterhin
Das Geschehen wird klar von Influenzaviren bestimmt. In den untersuchten Proben machten sie 38 Prozent aller Virusnachweise aus. Seit Beginn der Grippewelle Ende November im vergangenen Jahr wurden überwiegend H3N2-Viren nachgewiesen. Auch in Krankenhäusern bleibt Influenza die wichtigste Ursache schwerer Atemwegsinfektionen. Die gute Nachricht jedoch: Die Positivrate für Influenza ist weiter gesunken - ein Hinweis darauf, dass der Gipfel überschritten sein dürfte.
In den Krankenhäusern ging die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen (SARI) zuletzt leicht zurück. Unter den hospitalisierten Patienten hatten 36 Prozent eine Influenza-Diagnose, 14 Prozent eine RSV-Infektion - und weniger als ein Prozent eine Covid-19-Diagnose. Bei Kindern unter fünf Jahren ist RSV inzwischen die häufigste Diagnose bei schweren Atemwegsinfektionen. Jeder zweite SARI-Fall in dieser Altersgruppe ist auf das Respiratorische Synzytial-Virus zurückzuführen.
Seit Saisonbeginn wurden mehr als 24.000 RSV-Fälle gemeldet. Rund ein Viertel der Betroffenen musste hospitalisiert werden. Todesfälle betreffen fast ausschließlich ältere Menschen.
Sars-CoV-2 spielt derweil im aktuellen Infektionsgeschehen nur noch eine Nebenrolle. In RKI-Proben wurde das Virus lediglich in einem Prozent der Fälle nachgewiesen. Auch im Abwasser ist die Viruslast seit Wochen stabil auf niedrigem Niveau. Die aktuell zirkulierenden Varianten - darunter NB.1.8.1 und XFG - werden von internationalen Behörden als risikoarm eingestuft.