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Kolonien vom All aus entdeckt Kot bringt Forscher auf Pinguin-Spur

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Auf dem antarktischen Kontinent leben nach derzeitigem Kenntnisstand nunmehr 61 Kaiserpinguin-Kolonien.

(Foto: imago images/Nature in Stock)

Eigentlich sind sie so klein, dass sie aus dem Weltall nicht zu sehen sind. Doch ihre Hinterlassenschaften verfärben das Eis so nachhaltig, dass Wissenschaftler mehrere Kolonien von Kaiserpinguinen auf Satellitenbildern ausfindig machen konnten. Auf der Erde kommen sie nur schwer an die Tiere heran.

In der Antarktis gibt es neuen Satellitenaufnahmen zufolge fast 20 Prozent mehr Kolonien von Kaiserpinguinen als bislang angenommen. Wissenschaftler des British Antarctic Survey (BAS) hätten bei der Auswertung von Daten der Raumfahrtmission Sentinel-2 elf neue Kolonien ausfindig gemacht, teilte die Europäische Weltraumorganisation Esa mit. Drei davon hätten zuvor bereits identifiziert, aber nicht bestätigt werden können.

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Die neue Pinguin-Kolonie ist als kleiner, grauer Schleier auf der Satellitenaufnahme erkennbar.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zwar seien die Tiere selbst zu klein, um auf Satellitenbildern zu erscheinen - jedoch könnten die Kolonien anhand ihres auch als "Guano" bekannten Kots identifiziert werden, hieß es. Dieser hinterlasse riesige Flecken auf dem Eis. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachjournal "Remote Sensing in Ecology and Conservation" veröffentlicht.

Das Studium der flugunfähigen Seevögel ist der Esa zufolge ohne Satelliten äußerst schwierig, weil die Kaiserpinguine nicht nur in einem sehr abgelegenen und unzugänglichen Teil der Erde leben, sondern die Temperaturen dort auch auf minus 50 Grad Celsius sinken können.

Dank der neuen Daten gehen Experten nun von 61 Kaiserpinguin-Kolonien auf dem gesamten antarktischen Kontinent aus. "Dies ist eine aufregende Entdeckung", sagte Peter Fretwell, Hauptautor und Geograf bei BAS. "Und obwohl dies eine gute Nachricht ist, sind die Kolonien klein und erhöhen die Gesamtpopulationszahl nur um fünf bis zehn Prozent auf etwas mehr als eine halbe Million Pinguine oder etwa 265.500 bis 278.500 Brutpaare."

Quelle: ntv.de, fzö/dpa