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Mädchen besonders gefährdet Mehr Jugendliche sterben an Aids

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Während die Zahl der Todesfälle bei Kindern seit 2000 zurückging, ist sie bei Jugendlichen gestiegen.

(Foto: dpa)

Alle drei Minuten infiziert sich eine Jugendliche mit dem Hi-Virus. Unicef stellt eine Studie vor, die eine Verdopplung der jugendlichen Aids-Opfer seit der Jahrtausendwende belegt. Trotzdem ist die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema gesunken.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef macht anlässlich der internationalen Aids-Konferenz in Amsterdam darauf aufmerksam, dass sich alle drei Minuten eine Jugendliche mit dem HI-Virus infiziert. Während sich seit den 2000er-Jahren bis 2017 die Zahl der Todesfälle durch die Immunschwächekrankheit bei Kindern unter 14 Jahren nahezu halbiert habe, hätten sich im gleichen Zeitraum die Todesfälle bei Jugendlichen verdoppelt, heißt es in einer heute vorgelegten Studie.

Insgesamt gab es 2017 rund 1,2 Millionen Jugendliche, die mit dem HI-Virus infiziert waren - mehrheitlich Mädchen. Der Bericht legt den Schwerpunkt auf das Schicksal von Frauen, die durch ihre zusätzliche Rolle als Versorger HIV-positiver Kinder am härtesten unter der Immunschwächekrankheit litten. "In den meisten Ländern fehlt es Frauen und Mädchen an Zugang zu Informationen", beklagte Henrietta Fore von Unicef.

Ohne zusätzliche Investitionen geht Unicef davon aus, dass sich zwischen 2018 und 2030 weltweit 3,7 Millionen Kinder und Jugendliche mit dem HI-Virus infizieren. Vermutlich 1,2 Millionen würden an den Folgen der Immunschwächekrankheit sterben. Sollten die Ziele der Vereinten Nationen bei der Verringerung der Mutter-Kind-Übertragung und bei der Medikamentenversorgung erreicht werden, könnten 1,4 Millionen Neuinfektionen und 200.000 Todesfälle bis 2030 bei Kindern und Jugendlichen verhindert werden.

Weniger Spenden

Das UN-Kinderhilfswerk beklagte, dass für Kinder geeignete Medikamente schlecht erhältlich seien. Geldgeber, Pharmaunternehmen und Regierungen sollten dies ändern, forderte Unicef. Begleitet von Warnungen vor gefährlicher Nachlässigkeit im Umgang mit Aids hatte die Konferenz am Montagabend in Amsterdam begonnen. 15.000 Experten und Aktivisten beraten bei dem fünftägigen Treffen in der niederländischen Stadt über Strategien im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit.

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zehn Jahren rückläufig war, stieg sie in einigen Weltgegenden nach Angaben von Aktivisten zuletzt wieder stark an. Zugleich nahmen die öffentliche Aufmerksamkeit und die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen die Krankheit ab, die weltweit bereits rund 35 Millionen Menschen tötete.

Quelle: n-tv.de, fhe/AFP

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