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Zahl der Fälle steigt starkMehr als 150 Menschen in Griechenland am West-Nil-Virus erkrankt

20.08.2026, 10:54 Uhr
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Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen und ist vor allem in Südeuropa auf dem Vormarsch. (Foto: dpa)

Die WHO ruft wegen des West-Nil-Virus in ganz Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit auf. In Griechenland sind allein in diesem Jahr schon mehr als 150 Menschen erkrankt, 13 starben. Auch in Deutschland gab es vereinzelt Fälle. Wer vorbeugen will, sorgt am besten für guten Mückenschutz.

In Griechenland ist die Zahl der Infektionen mit dem West-Nil-Virus weiter deutlich gestiegen. Landesweit wurden seit Beginn des Jahres inzwischen 157 Fälle registriert, 13 Menschen starben nach einer Infektion. Dies teilte die griechische Gesundheitsbehörde EODY mit. Damit hat sich die Zahl der Erkrankungen innerhalb weniger Wochen nahezu vervierfacht. Ende Juli waren noch 42 Fälle gemeldet worden.

Das Virus kann grippeähnliche Symptome hervorrufen. Bei einigen Erkrankten in Griechenland entwickelte sich laut EODY eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems, darunter Enzephalitis, Meningitis oder andere neurologische Komplikationen. Die meisten Fälle wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Großraum Athen festgestellt.

Der Epidemiologe und Professor der Universität Athen, Gkikas Magiorkinis, rief im griechischen Fernsehen ERT dazu auf, sich konsequent vor Stechmücken zu schützen. Insbesondere sollten Insektenschutzmittel aufgetragen und regelmäßig erneuert werden. Wegen einer zunehmenden Zahl von West-Nil-Virus-Infektionen in Teilen Südeuropas rief die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome oder verursachen nur leichte Beschwerden. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge erkrankt nur etwa jede 100. Person schwer. Solch schwere Verläufe treten vor allem bei älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen auf.

Erste Fälle auch in Deutschland gemeldet

Auch für Deutschland rechnet das RKI mit einer Ausweitung der Gebiete mit Vorkommen des West-Nil-Virus. Seit mindestens 2018 zirkuliert insbesondere in Ostdeutschland das von heimischen Mücken vor allem auf Vögel übertragene Virus, mit dem sich gelegentlich auch Menschen und Pferde infizieren. Seit 2019 wurden jährlich zwischen vier und 35 in Deutschland erworbene Infektionen mit dem West-Nil-Virus beim Menschen gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es vier Fälle, in diesem Jahr wurde bis Ende Juli ein Fall gemeldet.

An Orten mit bekannter Mückenbelastung empfiehlt das RKI das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen. Neben Insektenabwehrmittel seien auch Moskitonetze und Fenstergitter nützlich. Im Umfeld der Wohnung sollten Mückenbrutplätze möglichst beseitigt werden. Die Insekten legen auch in kleine Wasseransammlungen Eier ab - etwa in Eimern, Untersetzern und verstopften Dachrinnen.

Quelle: ntv.de, nvm/dpa/AFP

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