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Aspekt neben Qualität und DauerMit dieser Schlafgewohnheit kann man das Herz schützen

07.04.2026, 19:13 Uhr
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Wer es schafft, jeden Tag zur selben Zeit ins Bett zu gehen, tut etwas für die Herzgesundheit. (Foto: picture alliance / ZB / Sascha Steinach)

Ausreichender und guter Schlaf ist wichtig, um im Alltag leistungsfähig und gesund zu sein. Doch langfristig kann eine andere Schlafroutine das Herz schützen, zumindest für diejenigen, die weniger als acht Stunden in der Nacht schlafen.

Wer regelmäßig zur gleichen Zeit ins Bett geht und weniger als acht Stunden schläft, kann etwas für die Herzgesundheit tun. Das hat ein Forschungsteam der Universität Oulu in Finnland herausgefunden. "Dies ist das erste Mal, dass wir die Variabilität der Schlafenszeit, der Aufwachzeit und des Mittelpunkts der Schlafperiode separat untersucht haben", wird Laura Nauha, die an der Studie beteiligt war, laut Mitteilung der Uni zitiert. Bisherige Untersuchungen hatten sich mit den Auswirkungen der Schlafqualität und der Schlafdauer auf die Herzgesundheit beschäftigt.

Die Zeiten, die die mehr als 3000 Studienteilnehmenden im Bett verbrachten, wurden über eine Woche mithilfe eines Wearables aufgezeichnet. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren dabei im Alter von 46 Jahren. Die gesundheitliche Entwicklung der Studienteilnehmer wurde über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrzehnt oder bis zum Eintritt eines schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Ereignisses mithilfe der Daten von finnischen Gesundheitsregistern verfolgt. Als schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse definieren die Forschenden solche, die eine spezialisierte medizinische Behandlung erforderten, wie Herz- oder Hirninfarkt. Insgesamt 128 Personen, das entspricht vier Prozent, erlitten im Beobachtungszeitraum ein solches Herz-Kreislauf-Ereignis.

Regelmäßigkeiten abgefragt

In einem ersten Schritt zur Analyse der Daten wurden die Probanden und Probandinnen, die weniger als acht Stunden pro Nacht schliefen, in drei Gruppenn eingeteilt: regelmäßige, ziemlich regelmäßige und unregelmäßige Schlafenszeit. Bei der Auswertung zeigte sich, dass diejenigen in der unregelmäßigen Gruppe ein doppelt so hohes Risiko für ein schwerwiegendes Herz-Kreislauf-Ereignis im nächsten Jahrzehnt aufwiesen im Vergleich zu denen, die regelmäßig zur gleichen Zeit zu Bett gehen. In der Gruppe mit unregelmäßigen Schlafenszeiten betrug die durchschnittliche Schwankung der Schlafenszeit im Wochenverlauf 108 Minuten, in der Gruppe mit regelmäßigen Schlafenszeiten waren es 33 Minuten.

Zudem sahen sich die Forschenden den Schlafmittelpunkt, also der halben Zeit zwischen Zubettgehen und Aufwachen, an. Dabei wurde klar, dass diejenigen, die die höchste Variabilität hatten, auch einem erhöhten Risiko für ein Herz-Kreislauf-Ereignis ausgesetzt waren. Unregelmäßige Aufwachzeiten zeigten hingegen keinen eindeutigen Zusammenhang mit der Herzgesundheit. Zudem weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass ausreichender Schlaf von acht Stunden pro Nacht vor den Gefahren unregelmäßiger Schlafenszeiten schützen kann.

Rhythmus des Alltags scheint wichtig

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass insbesondere die Regelmäßigkeit der Schlafenszeiten für die Herzgesundheit von Bedeutung sein könnte", sagt Nauha. "Es spiegelt den Rhythmus des Alltags wider - und wie stark dieser schwankt." Die Ergebnisse des Forschungsteams um den Sportwissenschaftler Varid Farrahi wurden im Fachblatt "BMC Cardiovascular Disorders" veröffentlicht.

Auch wenn bei der Untersuchung Faktoren wie Blutdruck, Geschlecht und sportliche Betätigung berücksichtigt wurden, kann durch die Untersuchung kein Kausalzusammenhang bewiesen werden. Die Ergebnisse liefern aber bemerkenswerte Hinweise auf eine Verbindung, die noch von weiteren wissenschaftlichen Studien gestützt werden müssen. Aber: "Ein regelmäßiger Schlafrhythmus ist ein Faktor, den die meisten von uns beeinflussen können", resümiert Nauha.

Quelle: ntv.de, jaz

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