Wissen

Studie belegt große WirkungDiese kleinen Verhaltensänderungen schützen vor Herzinfarkt

26.03.2026, 14:30 Uhr
00:00 / 03:35
Schlafende-entspannte-Frau-wachen-am-fruehen-Morgen-auf-und-peeking-aus-Augenmaske-liegen-im-Bett-im-gemuetlichen-Schlafzimmer-Traumhafte-ruhige-Frau-mit-Deckenboegen-aus-Augenmaske-bedeckt-wachte-frueh-zu-faul-auf-um-aufzustehen
Nur elf Minuten länger schlafen kann sich laut Studie positiv auf die Herzgesundheit auswirken. (Foto: picture alliance / Zoonar)

Wer seine Herzgesundheit verbessern will, muss sein Leben nicht radikal umkrempeln. Bereits minimale, gezielte Anpassungen bei Schlaf, Bewegung und Ernährung zeigen eine deutliche Wirkung, wie eine neue Studie zeigt. Eine ausgewogene Lebensweise kann das Risiko sogar halbieren.

Mehr Schlaf, ein paar Minuten Bewegung zusätzlich und etwas mehr Gemüse auf dem Teller - was nach kleinen Alltagsanpassungen klingt, kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich senken. Das legt eine neue Studie nahe, die im Fachjournal "European Journal of Preventive Cardiology" veröffentlicht wurde.

Demnach reichen bereits vergleichsweise geringe Veränderungen aus: Im Schnitt elf Minuten mehr Schlaf pro Nacht, rund viereinhalb Minuten zusätzliche zügige Bewegung täglich und etwa 50 Gramm mehr Gemüse können das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse um rund zehn Prozent reduzieren. "Wir zeigen, dass die Kombination kleiner Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen einen überraschend großen positiven Effekt auf die Herzgesundheit haben kann", sagt Studienleiter Nicholas Koemel von der University of Sydney gegenüber dem britischen "Guardian".

Gesunde Gewohnheiten kombinieren

Für die Untersuchung wertete das internationale Forschungsteam um Koemel Daten von mehr als 53.000 Menschen aus Großbritannien aus, die an der UK Biobank-Studie teilnahmen. Über einen Zeitraum von acht Jahren wurden mehr als 2000 schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle registriert. Schlafverhalten und Bewegung wurden unter anderem mithilfe von Smartwatches erfasst, Ernährungsgewohnheiten gaben die Teilnehmenden selbst an.

Das Ergebnis: Wer mehrere gesunde Gewohnheiten kombiniert, profitiert besonders stark. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf von acht bis neun Stunden pro Nacht sowie mindestens 42 Minuten moderater bis intensiver Bewegung täglich senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar um bis zu 57 Prozent.

Dabei gehe es nicht darum, das Leben radikal umzukrempeln, betonen die Forschenden. "Das ist eine sehr ermutigende Nachricht, weil kleine kombinierte Veränderungen für die meisten Menschen eher umsetzbar und langfristig durchzuhalten sind als große Umstellungen in nur einem Bereich", so Koemel.

Gesunde Routinen im Alltag verankern

Auch Experten, die nicht an der Studie beteiligt waren, sehen darin einen wichtigen Ansatz. Viele Menschen wollten gesünder leben, scheiterten aber an zu hohen Erwartungen, sagt Emily McGrath von der British Heart Foundation dem "Guardian". "Ermutigend an dieser Studie ist, dass Veränderungen nicht groß sein müssen, um einen Unterschied zu machen." Schon kleine Anpassungen - etwas mehr Bewegung, besserer Schlaf oder eine leicht verbesserte Ernährung - könnten gemeinsam einen spürbaren Effekt haben.

Langfristig wollen die Forschenden ihre Ergebnisse nutzen, um digitale Werkzeuge zu entwickeln, die Menschen bei solchen Veränderungen unterstützen. Ziel sei es, gesunde Routinen im Alltag zu verankern - auch gegen typische Hürden wie Zeitmangel oder fehlende Motivation.

Die zentrale Botschaft der Studie ermutigt: Wer sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken will, muss nicht alles auf einmal ändern. Oft reichen schon kleine Schritte - wenn sie konsequent umgesetzt werden.

Quelle: ntv.de, hny

SchlafErnährungSchlaganfallStudienGesundheitHerzinfarktGemüse