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Klinische Influenza-Studien Moderna testet mRNA-Grippe-Vakzin

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Moderna testet nun auch einen mRNA-Impfstoff gegen Grippeviren.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Moderna testet seinen ersten mRNA-Impfstoffkandidaten am Menschen. Deilt das Biotechnologieunternehmen mit. Doch damit ist Moderna nicht das erste Unternehmen. Ein anderes hat diesbezüglich einige Wochen Vorsprung.

Der Impfstoff mit der Bezeichnung mRNA-1010 wird von Moderna zum erster Mal als mRNA-Grippeimpfstoff in einer klinischen Studie getestet. Das teilte das Biotech-Unternehmen mit. Ein erster Proband habe demnach das Vakzin, dass sich in der Zusammensetzung an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert, erhalten. Mit der Studie sollen Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs geprüft werden. Sie soll zudem klären, welche Dosis die passende ist, um einen Schutz aufzubauen. Für die aktuelle Untersuchung sollen etwa 180 gesunde Erwachsene in den USA gewonnen werden.

Das Vakzin mRNA-1010 ist nicht der einzige, aussichtsreiche Kandidat auf der Suche nach einem neuartigen Grippe-Impfstoff. Das Unternehmen hat, eigenen Angaben zufolge, noch weitere mRNA-Grippeimpfstoffe in der Pipeline und große Pläne für die Zukunft. "Unsere Vision ist es, einen mRNA-Kombinationsimpfstoff zu entwickeln, damit Menschen jeden Herbst eine Impfung für einen hochwirksamen Schutz gegen die problematischsten Atemwegsviren bekommen können", erklärte Stéphane Bancel, CEO von Moderna, laut Mitteilung.

Ziel: Kombinationsimpfstoff, der dreifach wirkt

Das Unternehmen wolle demnach einen Kombinationsimpfstoff für erwachsene und ältere Personen entwickeln, der die saisonale Grippe verhindert, einen Booster gegen Sars-CoV-2-Varianten darstellt und eine Erkrankung durch das sogenannte Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vorbeugt.

Bei den bisher eingesetzten Grippeimpfstoffen gibt es eine Reihe von Nachteilen. Ihre Effektivität beispielsweise wird mit 40 bis 60 Prozent angegeben. Das liegt vor allem daran, weil mit der Produktion der Grippeimpfstoffe bereits sechs bis neun Monate vor der Grippesaison begonnen werden muss. Die Zusammensetzung wird vor Beginn der Grippesaison von der WHO empfohlen.

Mit mRNA-Impfstoffen könnte man anders vorgehen, denn mit ihnen gibt es zum einen die Möglichkeit, verschiedene Antigene zu kombinieren, um Geimpfte gleich gegen mehrere Viren zu schützen. Zum anderen kann bei Zusammensetzung und Herstellung relativ schnell auf die Veränderungen, also auf die Mutationen von Atemwegsviren reagiert werden.

Von den beiden bisher zugelassenen Covid-19-Impfstoffen auf Basis von mRNA wurde einer mit der aktuellen Bezeichnung Spikevax mRNA-1273 von Moderna entwickelt. Dass diese Covid-Impfstoffe eine sehr hohe Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent haben können, ist bereits bekannt. Die Forscher von Moderna hoffen deshalb auf eine ähnlich hohe Wirksamkeit bei den neuen mRNA-Grippeimpfstoffkandidaten.

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Doch Moderna hinkt mit dem Start der Studien offenbar einem anderen Unternehmen hinterher. Der französische Pharmakonzern Sanofi hat mit seinem amerikanischen Partner Translate Biotech nach eigenen Angaben bereits im Juni einen mRNA basierten Grippeimpfstoffkandidaten in eine klinische Studie gebracht.

Wir haben die Meldung aktualisiert, weil sie fälschlicherweise Moderna als erstes Unternehmen mit klinischen Studien genannt hatte. Bitte entschuldigen Sie diesen Fehler.

Quelle: ntv.de, jaz

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