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Roskosmos: "Hysterie" um SpaceX Musk stichelt gegen Russlands Raumfahrt-Chef

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Musk jubelt, auch wenn der Roskosmossprecher von einer "Hysterie" spricht.

(Foto: dpa)

Die Rivalität zwischen den USA und der Sowjetunion prägte jahrzehntelang die Raumfahrt. Ganz ist der Konkurrenzgedanke offenbar immer noch nicht verschwunden. SpaceX-Chef Musk nimmt den Start seiner ersten bemannten Raumkapsel nun zum Anlass für Sticheleien gegen Russland.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten - nach diesem Motto hat sich SpaceX-Gründer Elon Musk nach dem erfolgreichen Start einer bemannten US-Raumfahrtmission auf Kosten des Chefs der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos amüsiert. "Das Trampolin funktioniert", sagte der Unternehmer bei einer Pressekonferenz mit Nasa-Chef Jim Bridenstine zum Start einer SpaceX-Rakete mit zwei US-Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS. Danach lachten beide Männer - und lösten in Online-Netzwerken weiteren Spott über Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin aus.

"Das ist ein Insider-Witz", sagte Musk über seine Trampolin-Äußerung. Rogosin hatte sich einst darüber mokiert, dass US-Astronauten jahrelang auf russische Raketen angewiesen waren, um zur ISS zu kommen. Die Nasa könne ihre Astronauten ja auch "mit einem Trampolin zur ISS" befördern, scherzte der Roskosmos-Chef dabei.

Nach dem erfolgreichen Start der Falcon-9-Rakete von SpaceX mit einer bemannten Dragon-Kapsel bekam Rogosin in Onlinenetzwerken wie Twitter nun einiges zu hören. "Wie gefällt Dir das, Dmitri Rogosin?", schrieb etwa ein Twitter-Nutzer mit Blick auf den US-Erfolg.

"Russland braucht Platz"

Rogosin reagierte nicht auf die Sticheleien, sein Sprecher fühlte sich aber schließlich zu einer Reaktion genötigt. "Wir verstehen nicht wirklich die Hysterie wegen des erfolgreichen Starts eines Crew-Dragon-Raumschiffs", schrieb Wladimir Ustimenko auf Twitter. "Was vor langer Zeit hätte passieren sollen, ist nun passiert."

Alexej Puschkow, Mitglied des russischen Oberhauses, ätzte gar: "Das ist ein Flug zur Internationalen Raumstation, nicht zum Mars." Zugleich stellte der Politiker es im Messengerdienst Telegram als lästig dar, dass sein Land den USA bislang mit Raketen aushelfen musste: "Russland braucht Platz für seine eigenen jungen Kosmonauten."

Deutlich freundlicher reagierte der Chef des Roskosmos-Programms für bemannte Raumfahrt, Sergej Krikalew. Er grüßte seine erfolgreichen US-Kollegen in einer Video-Botschaft bei Twitter und erklärte, der Erfolg der US-Mission werde neue Möglichkeiten eröffnen, die dem gesamten internationalen Weltraumprogramm zugute kämen.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa