Wissen

Unregelmäßigkeit beim Countdown Nasa verschiebt Start der Sonnensonde

fed4a1b074436ca9ae573eeb5f0bd521.jpg

Die "Delta IV Heavy"-Rakete mit der "Parker Solar Probe" an Bord wartet weiterhin auf ihren Start.

AP

Bei diesem Projekt geht man lieber auf Nummer sicher. Weil es ein Problem beim Countdown gibt, verschiebt die Nasa den Start ihrer Sonnenmission. Dieser könnte aber noch an diesem Wochenende nachgeholt werden.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start ihrer spektakulärsten Sonnen-Mission verschoben. Die Raumfahrtbehörde will am Sonntagmorgen einen neuen Anlauf unternehmen, die weltweit erste Sonde, die durch die Sonnenatmosphäre fliegen soll, auf den Weg zu bringen.

*Datenschutz

Der Stopp sei angeordnet worden, weil eine Unregelmäßigkeit während der letzten Minuten des Countdowns beobachtet worden sei, teilte die Nasa via Twitter mit. Am Samstag war das Zeitfenster für den Start abgelaufen. Die "Parker Solar Probe" sollte ursprünglich zwischen 9.33 und 10.38 Uhr (MESZ) starten - an Bord einer "Delta IV Heavy"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida.

Mit Hilfe der Schwerkraft des Planeten Venus soll die Rakete Richtung Sonne fliegen, von der die Erde durchschnittlich rund 150 Millionen Kilometer entfernt ist. Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die "Parker Solar Probe" mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen, als je ein Flugkörper zuvor, berichtete die Nasa. Die Sonde sei etwa so groß wie ein Kleinwagen. Sie soll sich dem Stern unseres Sonnensystems bis auf rund 6,2 Millionen Kilometer nähern und dabei fast 1377 Grad Celsius aushalten.

700.000 Kilometer pro Stunde

"Parker" werde die Sonne in großen elliptischen Bahnen umkreisen und am geringsten Abstand schließlich eine Geschwindigkeit von 700.000 Kilometern pro Stunde erreichen. Damit würde sie von Hamburg nach Berlin gut eine Sekunde benötigen. Die Sonde wird das erste menschengemachte Objekt sein, das die äußere Hülle der Sonnenatmosphäre, die Korona, durchfliegt. In diesem Strahlenkranz der Sonne herrschen Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius.

Die Nasa-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse darüber, warum die Korona um ein Vielfaches heißer ist als die Oberfläche der Sonne und somit auch über die Funktionsweise von Sternen. Die gesammelten Daten könnten zudem künftige Wettervorhersagen genauer machen. Auf die Sonnen-Expedition der Nasa soll 2020 eine europäische folgen: Dann ist der Start des "Solar Orbiter" der europäischen Raumfahrtagentur Esa geplant. Die Missionen wurden unabhängig voneinander entwickelt.

Die Nasa-Sonde ist nicht die erste, die die Sonne aus der Nähe untersuchen wird. Bereits in den 1970er-Jahren starteten die deutsch-amerikanischen Sonden Helios 1 und Helios 2, die jedoch mit rund 45 Millionen Kilometern einen gebührenden Abstand zum Hitzeball hielten.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

Mehr zum Thema