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Pannen bei Super-Teleskop Nasa verschiebt Suche nach Aliens erneut

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Teile des Weltraumteleskops bei der Montage.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bevor das neue Weltraumteleskop James Webb "erstaunliche Dinge" tun kann, müssen sich Weltraum-Fans noch ein wenig gedulden. Die Nasa verschiebt dessen Start erneut, diesmal auf das Frühjahr 2021. Und sie gibt auch Gründe an.

Was der Flughafen BER für Berlin, ist das Weltraumteleskops James Webb für die Nasa: Die Termine für den Start werden immer wieder nach hinten verschoben. Wenige dürfte es daher noch wundern, dass die US-Raumfahrtbehörde den Starttermin wegen anhaltender technischer Probleme erneut vordatiert. Das Teleskop könne frühestens Ende März 2021 in Betrieb gehen, teilte die Nasa mit.

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Das Weltraumteleskop James Webb beobachtet fremde Welten nicht im Bereich des sichtbaren Lichts, sondern im Infrarotbereich. Ein Sonnenschild soll den Spiegel vor störender Wärmestrahlung schützen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Teleskop soll künftig die Atmosphäre von Exoplaneten untersuchen. Wenn diese Planeten in fernen Sternensystemen aus Erdsicht vor ihrem Zentralgestirn vorbeiziehen, kann James Webb die Bestandteile der Planetenatmosphäre analysieren - mittels Spektroskopie. Dabei könnte die Entdeckung von Sauerstoff oder Methan Hinweise auf außerirdisches Leben liefern.

Das Infrarot-Weltraumteleskop war in den 90er-Jahren konzipiert worden. Als erster Starttermin war das Jahr 2007 festgesetzt worden. In der Folge wurde der Start immer wieder verschoben. Erst im März hatte die Nasa den Start auf frühestens Mai 2020 angesetzt.

"Übertriebener Optimismus"

Nun musste sich die Raumfahrtbehörde wegen einer Reihe von technischen Problemen, menschlichen Versagens und "übertriebenen Optimismus" erneut korrigieren, wie Tom Young vom Unabhängigen Prüfungsausschuss bei einer Telefon-Pressekonferenz sagte. Die "Komplexität und das Risiko" der Webb-Mission könne nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Ein technischer Bericht der Nasa führte unter anderem auf, dass für die Reinigung der Ventile des Antriebssystems wegen mangelnder Rücksprache mit dem Hersteller das falsche Mittel verwendet worden sei, sodass die Ventile repariert und teilweise vollständig ersetzt werden mussten. Außerdem seien bei einem Testlauf Energieumwandler in dem Teleskop mit einer zu hohen Spannung belastet worden.

Nasa-Chef Jim Bridenstine hob derweil in einer Videobotschaft hervor, das neue Weltraumteleskop werde "erstaunliche Dinge tun, Dinge, die wir zuvor nie in der Lage waren zu tun". Bei der Raumfahrt müsse immer langfristig gedacht werden, und manchmal könnten komplexe Missionen nicht so schnell starten wie gewünscht. "Aber wir lernen, wir kommen voran und letztlich haben wir Erfolg", fügte der seit April amtierende Nasa-Chef hinzu.

Hundert Mal so empfindlich wie Hubble

Das Webb-Teleskop soll etwa hundert Mal so empfindlich sein wie Hubble und damit das beste jemals gebaute Weltraumteleskop. Es soll dereinst 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt um die Sonne kreisen. An dem Projekt arbeiten auch die europäischen und kanadischen Raumfahrtbehörden mit.

Für die Entwicklung waren vorab 3,5 Milliarden Dollar veranschlagt worden, mittlerweile hat sie schätzungsweise bereits rund acht Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) verschlungen. Die Nasa gab nun bekannt, dass sie mit Gesamtkosten von 9,66 Milliarden Dollar ausgeht und damit 800 Millionen Dollar mehr braucht als vom US-Kongress bewilligt.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP

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