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Künstliche BefruchtungWie Nashörner vor dem Aussterben gerettet werden sollen

24.04.2026, 09:49 Uhr
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Die Embryonen wurden in Weibchen des Südlichen Breitmaulnashorns eingesetzt. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Nördliche Breitmaulnashörner sind akut vom Aussterben bedroht. Weltweit gibt es nur noch zwei lebende Weibchen. Das letzte männliche Tier ist bereits 2018 verstorben. Forscher arbeiten fieberhaft an ihrer Erhaltung und melden nun einen Erfolg.

Einem internationalen Forschungsteam ist es gelungen, die Eizellen eines weiblichen Nördlichen Breitmaulnashorns mit den eingefrorenen Spermien eines bereits verstorbenen Männchens zu befruchten und die Embryonen in ein Weibchen des Südlichen Breitmaulnashorns einzusetzen. Damit beabsichtigen die Wissenschaftler, die vom Aussterben bedrohten Tiere zu retten. Ihre Ergebnisse wurden im Fachmagazin "PLOS ONE" veröffentlicht.

Das letzte Männchen der Nördlichen Breitmaulnashörner ist 2018 verstorben. Weltweit leben nur noch zwei Weibchen, die aber nicht mehr in der Lage sind, eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg auszutragen. In der Wissenschaft gilt die Art deshalb bereits funktional als ausgestorben. Fatu, einem der beiden im Ol Pejeta Reservat in Kenia lebenden Weibchen, entnahmen die Forscher deshalb Eizellen und brachten sie in ein spezielles Reproduktionslabor in Italien.

Mithilfe der In-Vitro-Fertilisation wurden dort die Eizellen mit eingefrorenen Spermien des letzten Männchens befruchtet. Die Wissenschaftler überwachten dann die Zellteilung, bis sich mehrere Embryonen entwickelten. Anschließend setzten sie die Embryonen in Weibchen der Südlichen Breitmaulnashörner ein. Die Tiere der verwandten Art sollen als Leihmütter dienen.

Gerade dieser entscheidende Schritt ist den Wissenschaftlern zufolge der schwierigste. In früheren Versuchen wurden die Weibchen nach der Einsetzung der Embryonen nicht trächtig. Die Ursachen dafür sind noch unklar. Nun jedoch seien neue geeignete Weibchen für weitere Versuche gefunden worden, schreiben die Forscher.

Bei Breitmaulnashörnern ist die künstliche Befruchtung noch weitgehend unerprobt. Der Erfolg der Methode könnte aber eine breitere Wiederansiedlung der Tierart ermöglichen, hofft das Forschungsteam. Zudem berge sie die Chance, alle Nashornarten vor dem Aussterben zu retten.

Quelle: ntv.de, gri

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