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Forschende finden Biomarker Neuer Bluttest soll Parkinson früh erkennen

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Ein Bluttest soll Parkinson vor Symptombeginn erkennen.

(Foto: imago images/Westend61)

Bewegungsstörungen, Muskelversteifungen und Zittern: Das sind die typischen Symptome von Parkinson. Eine Früherkennung für die weitverbreitete Krankheit gibt es bislang nicht. Forschende der Uni Kiel wollen das nun ändern.

Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung in Deutschland - Tendenz steigend. Diagnostizieren kann man sie aber erst, wenn die typischen Symptome wie Bewegungsstörungen, Muskelversteifungen oder das typische Zittern, Tremor genannt, auftreten. Dabei schlummert Parkinson schon lange vor Beginn der Symptome im Körper. Diese könnten womöglich verhindert oder verzögert werden, wenn Medizinerinnen und Mediziner die Krankheit früh genug erkennen könnten. Das wollen Forschende der Uni Kiel nun mit einem Bluttest möglich machen.

Bisher gab es weder Blutparameter, noch bildgebende Untersuchungen für eine gesicherte Diagnose vor Symptombeginn, geschweige denn zur Früherkennung. "Das ist ein Dilemma. Denn natürlich möchte man die Krankheit schon im Anfangsstadium entdecken und Maßnahmen entwickeln, die verhindern, dass die Patienten steif werden, zittern und langsam werden", sagt Studienautorin Annika Kluge.

Auf der Suche nach zuverlässigen, klinisch anwendbaren Biomarkern für die chronisch fortschreitende Gehirnerkrankung ist Kluge zusammen mit ihrem Forschungsteam nach eigenen Angaben ein Durchbruch gelungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben erstmals einen blutbasierten biochemischen Test für die Diagnose von Parkinson entwickelt. Dieser sei sehr präzise, so Kluge, die als Assistenzärztin an der Klinik für Neurologie am UKSH arbeitet. "Mithilfe unseres Verfahrens konnten die getesteten 30 Parkinsonpatienten von den 50 Kontrollpersonen mit einer sehr hohen Sensitivität unterschieden werden." Die Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam im Fachmagazin "Brain".

"Man kann quasi ins Gehirn schauen"

Die neue Methode beruht auf drei Schritten: Zunächst müssen Vesikel aus dem Nervensystem aus einer gewöhnlichen Blutprobe isoliert und gewonnen werden, erklärt Studienautorin Kluge. Vesikel seien kleine Bläschen, die von Zellen abgeschnürt würden und Proteine der ursprünglichen Zelle enthielten. "Das heißt, ich kann quasi ins Gehirn schauen, wenn ich diese Vesikel untersuche", fügt sie hinzu.

In diesen isolierten Nervenzell-Vesikeln werde dann in einem zweiten Schritt gezielt nach dem Protein gesucht, das die Parkinson-Erkrankung verursacht. Es handele sich um eine veränderte Form eines bestimmten Proteins und könne mithilfe von Antikörpern, die spezifisch auf diese Form passen, nachgewiesen werden, so Kluge. Beim letzten und wichtigsten Schritt gehe es darum, die krankmachenden Eiweiße zu vervielfältigen.

"Das ist aus anderen Gewebeproben schon gelungen, aber bisher noch niemals aus Vesikeln, gewonnen aus dem Blut von Patienten", sagt die Wissenschaftlerin. Die Anhäufung der krankhaft veränderten Eiweiße sei es nämlich, die zum Untergang der betroffenen Nervenzellen führe und damit Parkinson verursache. Lässt sich diese Anhäufung also nachweisen, sei das die Bestätigung dafür, dass die entsprechenden krankmachenden Eiweiße in einer Probe vorliegen.

"Die Ergebnisse sind wirklich sensationell", sagt Co-Autorin Daniela Berg. Auf dieser Grundlage ließe sich ein Bluttest für die Diagnose der Parkinsonkrankheit entwickeln. Die Methode müsse hierfür allerdings noch weiterentwickelt werden, sodass eine breite Anwendung möglich ist. Offen sei auch noch, ob der Test auch bei Parkinson-ähnlichen Erkrankungen anschlage.

Quelle: ntv.de, hny

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