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Entdeckung auf Meeresboden Rätselhafter "Blauer Glibber" verblüfft Forschungsteam

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Weichkoralle, Schwamm oder Manteltier? Bisher konnten die blauen Wesen nicht zugeordnet werden.

(Foto: NOAA)

Bei einer Tauchfahrt in der Karibik stoßen Forscher auf Kreaturen, die ihnen bisher unbekannt sind. Sie sind blau, von weicher Konsistenz und werden deshalb als "Blauer Glibber" bezeichnet. Worum es sich dabei handelt, dazu gibt es bisher nur Vermutungen.

Es ist blau, es ist glibberig, es ist mysteriös: Auf dem Meeresboden in der Karibik haben Forscher in mehreren Hundert Metern Tiefe bläuliche Lebewesen entdeckt, die ihnen bislang Rätsel aufgeben. Ende August war ein Forschungsteam der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA vor Insel St. Croix, die zu den Amerikanischen Jungferninseln gehört, auf die bislang unbekannten Kreaturen gestoßen.

Die Organismen wurden mit einem unbemannten Unterwasserfahrzeug gefilmt, das vom Forschungsschiff "Okeanos Explorer" aus ferngesteuert wurde. Die Tauchfahrt wurde im Internet übertragen, die Forschenden kommentierten die Bilder live. In einer Tiefe zwischen 407 und 611 Metern stießen sie schließlich auf die bläulichen Kreaturen. "Wir haben nun eine Vielzahl von diesen gesehen und ich denke, es ist ein Mysterium", sagte eine Forscherin während des Livestreams, der als Video abrufbar ist.

"Ich bin sicher, dass es kein Stein ist, aber das ist auch schon alles, was ich sagen kann", scherzte ein anderes Mitglied des Forschungsteams. Es fielen verschiedene Spitznamen für die bläulichen Meeresbewohner: "Klumpiges blaues Ding", "Blaue Biomatte" oder "Blauer Glibber" ("Blue Goo"). Einige Beobachter spekulierten, dass es sich dabei entweder um eine Weichkoralle, einen Schwamm oder um ein Manteltier handelt - wirbellose Tiere, die auch als Seescheiden bezeichnet werden.

Experten sollen Rätsel lösen

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Die Forscher und Forscherinnen wollen nun herausfinden, was es mit dem "Blauen Glibber" auf sich hat. Fotos und Videoaufnahmen sollen an Fachleute für Schwämme und Korallen gesendet werden, in der Hoffnung, dass diese die Organismen zuordnen können. Falls dies nicht gelingt, bleibe das Rätsel so lange ungelöst, "bis eine Probe entnommen werden kann", wie eine Forscherin kommentierte.

"Ich denke, das ist eines der aufregendsten Dinge an den Expeditionen der 'Okeanos Explorer'. Es gibt immer mindestens eine Sache, die einen verblüfft. Ich denke, es wäre großartig, herauszufinden, was dieses klumpige blaue Ding ist", sagte eine Forscherin. Das Schiff "Okeanos Explorer" gehört zur Forschungsflotte der NOAA. Im Rahmen des Programms "Voyage to the Ridge 2022" wurden auch Teile der Karibik erkundet.

Quelle: ntv.de, kst

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