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Dubai schmiedet große Pläne Scheichs wollen zum Mars

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Sarah Amiri gehört zur Projektleitung der Mars-Mission.

(Foto: AP)

Diese Woche gaben die Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate ihre Pläne für eine Mars-Mission bekannt. 2021 soll die erste arabische Reise zu einem anderen Planeten starten.

"Geld spielt keine Rolle" erklärte Dubai-Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktoum Mitte der Woche, als die Mars-Mision offiziell vorgestellt wurde. Dabei wurde die Riege der emiratischen Wissenschaftler präsentiert, die die Mission vorbereiten und durchführen sollen. 75 Ingenieure arbeiten in der ersten Phase an dem Mars-Projekt. Bis 2020 sollen es dann 150 sein.

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Constantin Schreiber ist Nachrichtenredakteur bei n-tv. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt in der arabischen Welt.

Eine junge emiratische Frau in der langen schwarzen Abbaya, Sarah Amiri, wurde zu einer der Leiterinnen der Mars-Mission ernannt. Sie erklärt: "Unser Ziel ist es, das erste umfassende Bild von der Mars-Athmosphäre und den Veränderungen, die sich dort vollziehen, zu entwerfen". Die gesammelten Daten würden mehr als 200 Institutionen weltweit zur Verfügung gestellt, die Erkenntnisse sollen einen "Meilenstein in der Weltraumforschung" darstellen - so Amiri.

Das Projekt soll gleichzeitig ein anderes Zeichen setzen, nämlich: Dubai ist wieder da! Es war ruhig geworden in letzter Zeit um das Wüstenemirat, das lange nur ein Ziel hatte: Ganz vorne mitspielen. Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt. Dubai World Airport, der größte Flughafen der Welt. Am höchsten, am größten, am modernsten.

Absturz in die Pleite

Wie kein anderer Fleck im Nahen Osten versuchte Dubai den Spagat zwischen Ultra-Moderne und Bewahrung seiner islamischen Wurzeln. Dann der Absturz. Ende 2009 schrammte das Emirat nur deshalb knapp an der Staatspleite vorbei, weil der reiche Nachbar Abu Dhabi mit einer Multi-Milliardenspritze aushalf. Erst 2014 wurde der 20-Milliarden-Kredit um weitere fünf Jahre verlängert.

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  Dabei hegen die Emirate offenbar seit Jahren eine Vorliebe für Reisen ins All. Ein emiratischer Staatsfond hatte 2011 knapp ein Drittel der Anteile an Virgin Galactic gekauft, für umgerechnet 280 Millionen Dollar. Dafür sollten auch von Abu Dhabi aus Touristenflüge ins Weltall starten. Der Absturz einer Testmaschine von Virigin Galactic im Oktober 2014 setzte dem Projekt allerdings zu einem vorläufigen Ende.

Dass Dubai jetzt zum Mars will, dürfte nicht allen in der Golfregion gefallen. Islam und Wissenschaft verbindet heute eine zwiespältige Beziehung. Konservative Islam-Gelehrte machen auch heute immer wieder Schlagzeilen mit irritierenden Aussagen zur Form der Erde und den Laufbahnen der Planeten. Einige bestehen darauf, die Erde sei eine Scheibe, die Sonne drehe sich um die Erde. Vor wenigen Wochen erst erklärte der saudische Kleriker Bandar al-Khaibari, als er vor Studenten in den Vereinigten Arabischen Emiraten sagte, die Erde befände sich an einer festen Position im Universum und bewege sich nicht um die Sonne. 

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Als Beleg für seine Äußerung führt er aus, dass, wenn sich die Erde tatsächlich bewegen würde, Flugzeuge niemals ihr Ziel erreichen könnten. Während das Video seiner Aussage auf Youtube zumeist Häme und Kritik nach sich zog, gab es aber auch zahlreiche Kommentare, die Khaibaris Aussage zustimmten und forderten, seine Ausführungen sollten an arabischen Schulen gelehrt werden.

Zurück zur Mars-Mission. Die solle, so der Direktor des Mohammed Bin Rashid Space Centres, Omran Shara, eine Signalwirkung in der ganzen Region haben: "Sie soll auch anderen Ländern Hoffnung geben, ihre Anteil an wissenschaftlichen Anstrengungen zu erhöhen". Das könnte in der Tat ein hoffnungsvoller Ansatz für die arabische Welt sein, in der in manchen Ländern islamistische Gruppieren wie der IS versuchen, Bildung, Forschung und Entwicklung zu verhindern.

Quelle: n-tv.de

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