Medizinerin rät zur VorsichtSchneeschaufeln kann im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen

Schneeschaufeln ist im Winter oft unvermeidlich. Doch die Kälte in Kombination mit der körperlichen Belastung kann schwerwiegende Folgen haben, warnt eine Herzspezialistin. Es gibt jedoch einfache Verhaltensregeln, um die Gefahr deutlich zu senken.
Bei anhaltendem Winterwetter gehört Schneeschaufeln für viele zum Alltag - eine oft ungewohnte Belastung für den Körper. "Zum einen handelt es sich um schwere, oft ruckartige körperliche Arbeit, die viele Menschen nicht regelmäßig ausüben", sagte Christina Magnussen, die stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Zum anderen verengt die Kälte die Blutgefäße.
Dadurch steigt der Blutdruck und das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand pumpen. "Dieser höhere Widerstand kann den Herzmuskel belasten - denn das Herz muss in dieser Situation deutlich mehr leisten, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen", erklärte Magnussen. Die Belastung nehme besonders zu, wenn große Schneemengen in kurzer Zeit bewegt oder ruckartige Bewegungen ausgeführt werden.
Kritisch werde die Kombination aus Kälte und Anstrengung vor allem, wenn die Herzkranzgefäße bereits verengt oder geschädigt seien. Magnussen warnt: "Unter der akuten Mehrbelastung kann es zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels kommen - im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt."
Besonders gefährdet seien Menschen mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzschwäche oder Vorhofflimmern. "Auch Personen, die sich im Alltag wenig bewegen oder bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, tragen ein erhöhtes Risiko", sagte Magnussen. Sie sollten bei Kälte besonders aufmerksam sein und große Belastungen vermeiden.
Dabei könne Schneeräumen auch herzschonend gestaltet werden: So sollte sich kurz aufgewärmt und langsam begonnen werden. Schließlich solle der Schnee in kleinen Portionen bewegt und regelmäßig Pause gemacht werden, führte die stellvertretende Direktorin aus. "Treten bei der Tätigkeit Beschwerden wie Brustschmerzen oder Luftnot auf, sollte sie sofort beendet werden", betonte sie.