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Tausende Jahre auf der Rinde Sind Bäume unsterblich?

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Diese 1000-jährige Linde ist das Wahrzeichen der sächsischen Gemeinde Collm. Sie steht seit 1949 als Baumnaturdenkmal unter Schutz. (Bild von 2010)

(Foto: picture alliance / dpa)

"Methuselah", "Zypresse von Abarqu", "Kastanienbaum der hundert Pferde": Es gibt Bäume, die einige Tausend Jahre alt sind - sie üben eine große Faszination aus. Und sie scheinen gar nicht zu altern. Aber können sie theoretisch unendlich lange leben, also: Sind sie unsterblich?

Bestimmte Bäume können in Einzelfällen mithilfe raffinierter Mechanismen mehrere 1000 Jahre alt werden. Heißt das, sie können theoretisch unendlich lange leben? Sergi Munné-Bosch von der Universität Barcelona ist überzeugt: Nein. Uralte Bäume seien genauso von den Abnutzungserscheinungen des Alterns betroffen wie andere Organismen auch, schreibt er in einem Debattenbeitrag im Fachblatt "Trends in Plant Science". Sein Standpunkt in vier Worten: "Sie sind nicht unsterblich."

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Über 4000 Jahre alt: die "Zypresse von Abarqu".

(Foto: imago stock&people)

Auf der Erde gibt es einige extrem alte Bäume. "Methuselah", eine Langlebige Kiefer (Pinus longaeva) im Inyo National Forest im US-Bundesstaat Nevada bringt es zum Beispiel auf knapp 5000 Jahre. Die "Zypresse von Abarqu" im Iran ist mehr als 4000 Jahre alt. Einer der ältesten Bäume in Europa ist der "Kastanienbaum der hundert Pferde", eine Edelkastanie (Castanea sativa), die auf ein Alter von 2000 bis 4000 Jahren geschätzt wird. Sie steht auf Sizilien am Osthang des Vulkans Ätna in der Nähe der Stadt Sant' Alfio.

Wahrscheinlicher, an äußeren Faktoren zu sterben

Das Geheimnis uralter Bäume zu lüften, ist gar nicht so leicht. Es gibt schlicht sehr wenige davon, was ihre Erforschung erschwert. Für sehr alte Bäume ist es wahrscheinlicher, an äußeren Faktoren wie einem Brand, einer Dürre oder einer Krankheit zu sterben als an Altersschwäche.

Verschiedene Faktoren sind notwendig, damit ein Baum ein sehr hohes Alter erreichen kann. Dazu gehört beispielsweise, hohe Temperaturen, Nährstoffmangel und Dürren wegstecken zu können. Auch ein langsames Wachstum ist laut Munné-Bosch wichtig. Bei Ginkos und anderen sehr alten Bäumen sei gezeigt worden, dass sie widerstandfähig gegen Krankheiten sind, eine Vorliebe für Standorte ohne große Konkurrenz haben und immer wieder neu am Stamm austreiben können.

"Kein Alterungsprozess erkennbar"

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Eine im Januar in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") erschienene Studie hat sich eingehender mit dem Alterungsprozess bei Ginkos beschäftigt. Diese Bäume können mehr als 1000 Jahre alt werden. Die chinesischen Forscher nahmen Individuen zwischen 15 und 667 Jahre genauer unter die Lupe. Sie zeigten, dass auch sehr alte Exemplare mit Blick auf Photosynthese und Samenkeimung in einem gesunden Zustand sein können. Mit Blick auf die Genaktivität waren in bestimmten Zellen zwar altersbedingte Veränderungen messbar. Die Forscher fassen aber zusammen: "Betrachtet man den Baum als Ganzes, ist kein Alterungsprozess erkennbar."

Munné-Bosch von der Universität Barcelona hält diese Erkenntnisse für wichtig. Dennoch ist er der Meinung, dass auch die effizientesten Mechanismen zur Verlängerung der Lebenszeit den Alterungsprozess nicht aufhalten können. Seiner Meinung nach sind Alterungsprozesse bei sehr alten Bäumen aus bestimmten Gründen aber schwer festzustellen. Einerseits können wegen der extremen Zeiträume keine Langzeitbeobachtungen gemacht werden. Andererseits gibt es kaum Vergleichsexemplare. "Wenn eine Baumart 5000 Jahre alt werden kann, ist es sehr schwer, auch nur zwei Bäume zu finden, die zwischen 2000 und 5000 Jahre alt sind", sagt Munné-Bosch.

Quelle: ntv.de, Valentin Frimmer, dpa