Wissen

Gute Chancen für BeobachtungSternschnuppen-Show über Deutschland steht bevor

20.04.2026, 16:44 Uhr
00:00 / 02:40
Im-Norden-sind-dieser-Tage-viele-Sternschnuppen-zu-sehen-wenn-das-Wetter-mitspielt
Am Mittwoch, dem 22. April, werden die Lyriden ihren Höhepunkt erreichen. (Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Sternschnuppenfans dürfen sich freuen: Die Lyriden erreichen am 22. April ihr Maximum. Bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde sind dann zu sehen – bei klarem Himmel. Doch Beobachter sollten einen Tipp berücksichtigen.

Sternschnuppenfans kommen derzeit wieder auf ihre Kosten. Die Beobachtungsbedingungen für die sogenannten Lyriden seien am besten von 1 Uhr bis morgens vor dem Einsetzen der Dämmerung, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde mit Sitz im südhessischen Bensheim, Uwe Pilz.

Das Maximum der Lyriden werde rechnerisch am Mittwochabend erwartet. Zu dieser Zeit sei der Ausstrahlungspunkt, der sogenannte Radiant, aber noch nicht aufgegangen. Etwa ab Mitternacht stehe er in ausreichender Höhe, um Sternschnuppen gut zu sehen. "Am besten zu beobachten sind sie, wenn der Radiant hoch am Himmel steht", sagte Pilz, vorausgesetzt, das Wetter spiele mit. "Der höchste Punkt wird kurz vor der Morgendämmerung erreicht."

Wetter scheint mitzuspielen

Und das Wetter scheint mitzuspielen: Denn für ganz Deutschland ist in den kommenden Tagen mehr oder weniger klarer Himmel angesagt, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander bestätigt: "Hinter Tief 'Waltraud' macht sich jetzt Hoch 'Uli' für unser Wetter stark. Damit wird es nicht nur tagsüber immer schöner, auch nachts zeigt sich der Himmel vermehrt locker bewölkt bis sternenklar", sagt Alexander. Abseits von lokalen Nebelfeldern seien die Aussichten dementsprechend oft gut bis sehr gut.

Sternschnuppen-Fans gibt er aber auch noch einen praktischen Tipp mit auf den Weg: lieber dick anziehen für das nächtliche Lyriden-Spektakel. "Nachts ist es nämlich nach wie vor frisch bis kühl - mit der Option auf Frost oder Bodenfrost."

"15 bis 20 Sternschnuppen in einer Stunde"

"Diese günstige Lage und die Abwesenheit des Mondes am Morgenhimmel lassen für diese Nacht ein schönes Himmelsschauspiel erwarten", ergänzt auch Pilz. Die Lyriden seien ein Strom mit mittlerer Aktivität. "Man kann mit 15 bis 20 Sternschnuppen in einer Stunde rechnen." Die Sternschnuppen könnten auch in einigen Nächten vor und nach dem Maximum beobachtet werden.

Die Meteore tauchen mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und verglühen. Dies sind 180.000 Kilometer pro Stunde. Der Ausstrahlungspunkt liegt zwischen dem Herkules-Viereck und dem Sternbild Leier.

Die Lyriden sind abgesplitterte Bruchstücke des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), durch die die Erde auf ihrer Umlaufbahn zieht.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

AstronomieSternschnuppenWetter