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Hoffnung im Kampf gegen Corona Studie: Astrazeneca-Impfstoff bremst Übertragung

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Nach einer Dosis reduzierte die Impfung die Zahl der positiven Tests erheblich.

(Foto: REUTERS)

Bisher war unklar, ob ein Covid-19-Impfstoff auch die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch stoppen kann. Forscher finden nun Hinweise, dass der Impfstoff von Astrazeneca dieses Risiko massiv reduziert. Es könnte ein Meilenstein in der Bekämpfung der Pandemie sein.

Eine der wichtigsten Fragen zu Covid-19-Impfstoffen ist: Können Geimpfte das Virus weiter übertragen? Eine neue Studie zum Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford liefert erstmals eine Antwort. Demnach wird auch die Übertragung des Virus erheblich reduziert, wie die Universität Oxford mitteilte. Sollte sich das bestätigen, würde dies die Bedeutung von Impfstoffen im Kampf gegen die Pandemie weiter unterstreichen. Denn so könnten Menschen nicht nur vor schweren Erkrankungen und Tod geschützt werden, auch die Übertragung in der Bevölkerung würde erheblich eingeschränkt. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock kommentierte die Erkenntnisse der Studie auf Twitter als "ganz hervorragend". Der Impfstoff funktioniere und er funktioniere gut, so Hancock.

Die Forscher hatten bei britischen Teilnehmern der klinischen Studie zum Astrazeneca-Impfstoff jede Woche Abstriche gemacht und diese mit PCR-Tests auf Spuren des Virus untersucht. Sie wollten damit in Erfahrung bringen, ob Geimpfte sich weiter mit dem Virus infizieren können, und ob sich der Verlauf der Krankheit in diesem Fall einfach nur ohne Symptome vollzieht. Die Sorge war, dass "ein wirksamer Impfstoff einfach schwere Fälle in leichte Fälle und leichte Fälle in asymptomatische Fälle umwandelt", wie die Autoren schreiben. In diesem Fall könnte sich das Virus trotz Impfkampagne weiter ausbreiten - und Geimpfte könnten womöglich auch Nicht-Geimpfte anstecken.

Laut der neuen Studie, für die noch keine Peer-Review vorliegt, ist die Gefahr einer Übertragung von Sars-CoV-2 durch Geimpfte jedoch deutlich verringert. Nach der ersten Impfdosis stellten die Forscher eine 67-prozentige Reduzierung der positiven Abstriche bei den Geimpften fest. Der Impfstoff könnte die Übertragungen demnach um gut zwei Drittel verringern. "Diese Daten weisen darauf hin, dass ChAdOx1 nCoV-19, verwendet in den zugelassenen Schemata, einen erheblichen Einfluss auf die Übertragung haben kann, indem es die Anzahl der infizierten Individuen in der Population reduziert", schreiben die Autoren.

Effekt nach zweiter Dosis geringer

Unter Getesteten, die auch die zweite Dosis schon hinter sich haben, konnte hingegen lediglich eine Verringerung der Übertragung um knapp 50 Prozent festgestellt werden. "Selbst 50 Prozent sind eine signifikante Verringerung", sagte Astrazeneca-Forschungschef Mene Pangalos in einer Pressekonferenz. Laut Andrew Pollard von der Universität Oxford könnte die Differenz an der unterschiedlichen Zusammensetzung der relativ kleinen Stichproben liegen. "Dazu müssen wir noch weitere Analysen anstellen", räumte Pollard ein.

In derselben Studie hatten die Forscher zudem festgestellt, dass ein Abstand von zwölf Wochen zwischen der ersten und zweiten Impfdosis beim Astrazeneca-Impfstoff wohl positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit haben. "Diese Analysen zeigen, dass eine höhere Wirksamkeit des Impfstoffs mit einem längeren Intervall zwischen der ersten und zweiten Dosis erreicht werden kann und dass eine einzelne Impfdosis in den ersten 90 Tagen hochwirksam ist", so die Wissenschaftler. Zwischen dem 22. und dem 90. Tag nach der ersten Impfdosis soll die Schutzwirkung des Vakzins demnach nicht nachlassen. Die Wirksamkeit gegen eine Erkrankung an Covid-19 wird in dieser Zeit mit 76 Prozent angegeben.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte die Wirksamkeit des Vakzins mit rund 60 Prozent angegeben. Grund für die Differenz ist, dass unterschiedlich viele Daten aus den klinischen Studienphasen in die Berechnung einfließen.

Quelle: ntv.de, kst