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Satellitenbilder als Beweis Studie datiert Virusausbruch auf August 2019

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Viele Ursprungstheorien zum Coronavirus führen auf die Stadt Wuhan zurück.

(Foto: imago images/VCG)

Bereits Monate früher als bisher angenommen soll sich das Coronavirus im chinesischen Wuhan ausgebreitet haben. Eine britische Studie untersucht dafür das Verkehrsaufkommen vor Krankenhäusern und Suchanfragen zu Symptomen. Nicht nur in China wird die Studie kritisch beäugt.

Das Coronavirus könnte sich bereits im August 2019 in der chinesischen Millionenstadt Wuhan ausgebreitet haben. Eine Studie von Forschern der Harvard Medical School der Boston University of Public Health hat dazu Satellitenbilder zwischen Januar 2018 und April 2020 untersucht und ab August 2019 einen "starken Anstieg" der Fahrzeugzahlen vor Krankenhäusern festgestellt.

Zwischen September und Oktober 2019 hatten fünf der sechs beobachteten Krankenhäuser Wuhans nach Autoaufkommen ihren Tageshöchstwert an Besuchern. Das erhöhte Autoaufkommen korreliere laut Studie mit Suchmaschinenanfragen in der Region zu den Begriffen "Husten" und "Durchfall". Die Forscher stellten fest, dass die Suche nach "Husten" zwar mit der Influenza-Saison zusammenfiel, "Durchfall" jedoch ein für Covid-19 spezifisches Symptom ist. "Der Anstieg des Krankenhausverkehrs und der Daten zur Symptomsuche in Wuhan ging dem dokumentierten Beginn der Sars-CoV-2-Pandemie im Dezember 2019 voraus", schreiben die Forscher.

In Wuhan war das Sars-CoV-2-Virus im Dezember 2019 zuerst entdeckt worden. Die Stadt war in China am stärksten vom Ausbruch des Erregers betroffen. Vom 23. Januar an wurde Wuhan für 76 Tage von der Außenwelt abgeriegelt. Von den landesweit 4634 amtlich gemeldeten Todesfällen durch die Lungenkrankheit Covid-19 gab es allein 3869 in der Provinzhauptstadt. Chinas Außenministerium nannte die Ergebnisse der Studie "extrem absurd". Die Untersuchungen auf diesem Niveau seien zu oberflächlich.

Auch einige Wissenschaftler wiesen auf mögliche Schwachstellen in der Harvard-Studie hin, die bislang lediglich ein Vordruck ist. Paul Digard, Professor für Virologie an der Universität von Edinburgh, sagte dem britischen "Guardian", die Verwendung von Suchmaschinendaten und Satellitenbildern des Krankenhausverkehrs zur Erkennung von Krankheitsausbrüchen sei "eine interessante Idee mit einer gewissen Gültigkeit". Überzeugender wäre es gewesen, wenn die erhöhte Aktivität in den Wuhan-Krankenhäusern gleichzeitig mit der Aktivität in anderen chinesischen Krankenhäusern verglichen worden wäre, sagte Digard. Die Autoren der Studie räumen ein, dass sie nicht bestätigen konnten, ob das erhöhte Fahrzeugaufkommen direkt mit dem Virus zusammenhängt.

Quelle: ntv.de, mba