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Gehirnimplantate und Gentechnik US-Amerikaner fürchten den "Supermenschen"

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Total vernetzt - Computer-Chips in unseren Gehirnen könnten dies in Zukunft ermöglichen.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Wie offen sind wir gegenüber Technologien, welche die Leistungsfähigkeit gesunder Menschen erhöhen könnten? Eine Umfrage in den USA zeigt, dass eine große Mehrheit skeptisch ist. Viele fürchten, die Gesellschaft könnte sich weiter spalten.

Neue Technologie könnten in Zukunft einen Menschen hervorbringen, der dem heutigen in vielen Dingen überlegen ist: gesünder, kräftiger und mit einem schärferen Verstand ausgestattet. Möglich machen könnten dies Eingriffe in das Erbgut, Computerchips im Gehirn oder synthetisches Blut. Während manche Menschen begeistert sind ob dieser Möglichkeiten, bereiten sie einer großen Mehrheit eher Sorge, wie eine Umfrage des Pew Research Center unter fast 5000 US-Amerikanern herausgefunden hat.

Gefragt wurde nach drei Technologien, die sich derzeit noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase befinden, in Zukunft aber zum Einsatz kommen könnten:

  1. Manipulationen am menschlichen Erbgut, die für Neugeborene das Risiko schwerer Erkrankungen reduzieren sollen.
  2. Elektronische Gehirnimplantate für eine erhöhte Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Informationen zu verarbeiten.
  3. Synthetisches Blut, welches Menschen schneller, stärker und ausdauernder machen soll.

Wenn es darum geht, diese Möglichkeiten zu nutzen, um künftig gesunde Menschen leistungsfähiger zu machen, war eine deutliche Mehrheit der 4726 Befragten skeptisch: Zwischen 63 und 69 Prozent äußerten, sie seien diesbezüglich "etwas" oder "sehr" besorgt. "Etwas" oder "sehr" zuversichtlich waren hingegen nur 36 bis 49 Prozent. Den meisten Zuspruch (49 Prozent) erhielt dabei die Möglichkeit, Krankheiten mit manipuliertem Erbgut vorzubeugen. Es war bei der Umfrage möglich, sich zugleich als "etwas" besorgt und "etwas" zuversichtlich zu bezeichnen.

Keine Superhelden erwünscht

Besonders sorgten sich die Befragten etwa davor, dass der Einsatz derartiger Technologien die Lücke zwischen Arm und Reich vergrößern könnte. 73 Prozent, also fast drei Viertel, glaubten, dass die Ungleichheit in einer Gesellschaft zunehmen werde, sobald elektronische Gehirn-Implantate erhältlich und einsetzbar seien. Diese würden sich zunächst vor allem Wohlhabende leisten können, so der Glaube. Zudem fürchteten viele der Befragten, dass sich aufgerüstete "Supermenschen" der übrigen, normalen Bevölkerung gegenüber überlegen fühlen könnten. Besonders beim Einsatz von synthetischem Blut treffe dies zu, meinten 63 Prozent.

Wenn es um die Akzeptanz dieser Zukunfts-Technologien geht, war es für die Befragten auch von Bedeutung, wie sichtbar und deutlich sie die Menschen am Ende verändern. Etwa befürworteten 47 Prozent den Einsatz von synthetischem Blut, wenn die dadurch bewirkte Leistungssteigerung sich nahe an den eigenen Spitzenleistungen bewege. Sollten die körperlichen Leistungen nach der Verabreichung von synthetischem Blut jedoch "weit oberhalb derer von allen heutigen Menschen" liegen, würden nur 28 Prozent dem Einsatz zustimmen. Ähnlich niedrig waren die Zustimmungswerte für den Einsatz elektronischer Gehirn-Implantate, sollten sie die Leistungsfähigkeit in übermenschlichem Maße steigern.

Quelle: n-tv.de, kst

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