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Fast identisches Risiko Studie: Omikron genauso gefährlich wie frühere Varianten

Ein Arzt hält ein Teststäbchen für die Entnahme einer Probe für einen Corona-Test in der Hand.

Inzwischen ist die Omikron-Variante vorherrschend.

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/)

Nach ersten Befürchtungen erscheint die Omikron-Variante vielen inzwischen als recht harmlos. Eine US-Studie stellt diese Einschätzung nun aber infrage.

Die Omikron-Variante des Coronavirus gilt bisher als leichter übertragbar, aber weniger schwerwiegend als andere Sars-CoV-2-Varianten. Das könnte allerdings ein Irrtum sein. Zu diesem Schluss kommt eine Studie in den USA.

Demnach ist die Omikron-Variante grundsätzlich genauso gefährlich wie vorherige Mutanten des Coronavirus. "Wir haben festgestellt, dass die Risiken für Krankenhausaufenthalte und Sterblichkeit nahezu identisch waren", erklären vier an der US-Studie beteiligte Wissenschaftler des Massachusetts General Hospital, der Minerva University und der Harvard Medical School. Die Analyse basiert auf Aufzeichnungen von 130.000 Covid-19-Patienten in den vergangenen zwei Jahren in verschiedenen Ländern.

Dabei wurden die aktuellen Daten um verschiedene demografische Merkmale, Impfstatus und das Sterberisiko durch mögliche Grunderkrankungen bereinigt. "Unsere Analyse legt nahe, dass der intrinsische Schweregrad der Omikron-Variante genauso schwerwiegend sein kann wie frühere Varianten", schreiben Zachary Strasser und sein Team.

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Die Forschenden weisen auf mögliche Einschränkungen ihrer Ergebnisse hin. Beispielsweise könnte die Zahl der geimpften Patienten in neueren Corona-Wellen und die Gesamtzahl der Infektionen zu gering eingeschätzt worden sein, weil Menschen ausgeschlossen blieben, die zu Hause Schnelltests durchgeführt hatten.

Die Studien, die davon ausgingen, dass die Omikron-Variante weniger schwerwiegend sei, waren zuvor an verschiedenen Orten durchgeführt worden, darunter in Südafrika, Schottland, England und Kanada. Die Ende 2021 aufgekommene Omikron-Variante ist inzwischen für einen großen Teil der Infektionen weltweit verantwortlich. Dabei zeigt sich, dass immer neue Untervarianten von Omikron auftreten. Der Bioinformatiker Tulio de Oliveria, der am Center for Epidemic Response and Innovation im südafrikanischen Durban arbeitet, erwartet weitere Infektionswellen mit BA.1, BA.2, BA.2.12.1, BA.4 und BA.5.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 05. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, sba

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