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Mediziner für Kopfball-Verbot Verteidiger steigern aktiv ihr Demenz-Risiko

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Kopfbälle sind anscheinend nicht gut für das Gehirn.

(Foto: imago images/Noah Wedel)

In England wird seit einiger Zeit daran geforscht, wie gefährlich Kopfbälle für das menschliche Gehirn sind. Eine Studie mit ehemaligen Fußballern zeigt nun: Abwehrspieler sind besonders gefährdet. Die Forderung eines beteiligten Mediziners ist eindeutig.

Verteidiger haben ein ungleich höheres Risiko als ihre Mitspieler, an Demenz zu erkranken. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität von Glasgow, die nun veröffentlicht wurde. Diese untersuchte den Zusammenhang von Kopfbällen und späteren gesundheitlichen Folgen. Da Verteidiger im Fußball durchschnittlich am häufigsten Kopfbälle ausüben, sind sie demnach gefährdeter.

"Das wiederholte Köpfen eines Fußballs könnte zu einem erhöhten Risiko einer Demenz führen", sagte Neuropathologe William Stewart: "Anders als sonst wissen wir in diesem Fall, was der Risikofaktor ist. Es ist komplett vermeidbar, wir könnten derartige Folgen verhindern." Nach Sicht des Mediziners ist es zwingend erforderlich, Kopfbälle aus dem Fußball zu verbannen. "Wenn wir jetzt eine Änderung herbeiführen, wird es 30 bis 40 Jahre dauern, bis wir die Effekte sehen", sagte er.

Abwehrspieler mit fünfmal höherem Demenz-Risiko

Bei der Studie dienten 8000 frühere schottische Fußballer als Grundlage. Während Torhüter ähnlich oft von Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen betroffen waren wie die durchschnittliche Bevölkerung, traten derartige Erkrankungen bei Feldspielern viermal häufiger auf. Abwehrspieler wiesen sogar ein fünfmal höheres Risiko auf.

Aus Untersuchungen von American-Football-Profis ist bereits bekannt, dass Kontaktsportarten, die mit Schlägen und Stößen an den Kopf verbunden sind, das Risiko von Spätfolgen mit sich bringen. Dabei geht es vor allem um CTE, die chronisch-traumatische Enzephalopathie, eine neurologische Erkrankung, die zweifelsfrei bislang allerdings erst nach dem Tod diagnostiziert werden kann.

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In England werden die gesundheitlichen Folgen wiederholter Kopfbälle schon seit längerer Zeit untersucht. Im Kinder- und Jugendfußball sollen Kopfbälle möglichst nicht stattfinden. Der englische Verband (FA) hatte erst in der vergangenen Woche erneut Anpassungen beim Kopfballtraining angeregt. Dabei wurden sogar Profivereine aufgefordert, die Zahl der Kopfbälle pro Spieler auf zehn pro Trainingswoche zu begrenzen.

Das öffentliche Interesse auf das Thema hatte Ende vergangenen Jahres die Nachricht gelenkt, dass mit Bobby Charlton bereits beim fünften Fußballer aus der Weltmeister-Mannschaft von 1966 Demenz diagnostiziert worden war.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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