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Keime im Flugzeug Vor allem Klapptische und Griffe sind belastet

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Nur wenige Menschen machen sich Gedanken, was auf ihren Klapptischen (k)lebt.

Die Angst vor Krankheiten und Keimen ist groß. Ungern halten sich deshalb viele Menschen an Griffen und Stangen in Bus und Bahn fest. In Flugzeugen hingegen sind die meisten eher entspannt. Zu Recht?

Vor allem nach einem Urlaub kann man gutgelaunt und entspannt die Rückreise antreten. Dabei lauern auch in Flugzeugen unsichtbare Gefahren. Was sich so alles auf den Oberflächen im Innenraum eines Flugzeugs tummelt, haben Forscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersucht und festgestellt, dass sich Keime mit Hilfe von Flugzeugen schnell über weite Strecken bewegen können.  

"Materialoberflächen in Flugzeugkabinen sind ein einzigartiger Lebensraum für Mikroben", sagt Professor Klaus Jandt vom Otto-Schott-Institut für Materialforschung der Uni Jena. "Kein anderes Verkehrsmittel überbrückt in kurzer Zeit so große Distanzen zwischen Ländern und Kontinenten und verbindet Regionen mit guten Gesundheitswesen mit Gebieten, in denen Seuchen oder gefährliche Infektionskrankheiten nicht selten sind", so der Experte weiter.

Große Analyse

Die Forscher, die die Ergebnisse von fast 800 wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema systematisch analysierten, stellten fest, dass in Flugzeugen vor allem Klapptische, Armlehnen, Sitzbezüge, Türgriffe und Spültasten in den WCs Hotspots für Keime darstellen. Auch wenn nicht alle der entdeckten Mikroben für Menschen gefährlich sind, gibt es doch einige darunter, die Krankheiten auslösen können.

Damit das nicht passiert, haben die Forscher einen Maßnahmenkatalog entwickelt. Damit soll zuerst das Bewusstsein für eine mögliche Ansteckung bei Passagieren und Flugpersonal gestärkt werden. Zudem müssten die ausgemachten Hotspots gekennzeichnet und häufiger gereinigt werden. In Zukunft sollten sich auch Flugzeughersteller dieses Themas annehmen. Antimikrobielle Materialien beispielsweise könnten die Infektionsketten, die durch Flugzeugoberflächen ausgelöst werden, unterbrechen, sind sich die Forscher, die an der Entwicklung solcher Materialien arbeiten, sicher.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im internationalen Wissenschaftsjournal "Travel Medicine and Infectious Disease".

Quelle: n-tv.de, jaz

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