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Neue Omikron-Variante entdeckt BA.2 könnte "Tarnkappen-Variante" werden

Ein medizinischer Mitarbeiter führt einen Corona-Schnelltest durch.

Omikron-Variante hat bei ihrer Replikation "kleine Brüder" erzeugt.

(Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp)

Ähnlich wie Delta entwickelt sich auch Omikron ständig weiter. In Dänemark ist die neue BA.2-Variante von Omikron bereits zur vorherrschenden Variante geworden. Über die Sub-Variante ist noch nicht viel bekannt - sie könnte aber für hohe Fallzahlen bei Genesenen und Geimpften sorgen.

Eine Sub-Variante der Coronavirus-Variante Omikron hat die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich gezogen. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagte, sind die Merkmale des als BA.2 bekannten Subtyps des Coronavirus noch nicht hinreichend erforscht. Derzeit ändere BA.2 die Infektionslage nicht, fügte er hinzu. Die Variante wurde bereits in mehreren Ländern insbesondere in Europa festgestellt.

"Es gibt ziemlich regelmäßig Varianten", betonte Véran. Wie die Delta-Variante habe auch die Omikron-Variante bei ihrer Replikation "kleine Brüder" erzeugt: Subtypen, die sich vom ursprünglichen Genom nur durch ein oder zwei Mutationen unterscheiden.

Kann BA.2 dem Immunsystem besser entkommen?

Im Interview mit RTL erläutert der Allgemeinmediziner Christoph Specht seine Einschätzung zur neuen Variante: "BA.2 hat 17 Mutationen, die sie von der bisherigen Omikron-Variante unterscheiden. Das ist relativ viel." Dennoch habe die neue Variante mehr mit Omikron gemeinsam als mit Alpha, Beta oder Delta. Noch sei unklar, ob BA.2 andere oder schwerere Krankheitssymptome verursache. "Man nimmt an, dass es besser dem Immunsystem ausweichen kann als die BA.1-Variante. Das würde bedeuten, dass eine Impfung oder eine vorher durchgemachte Infektion mit einer anderen Variante noch weniger verhindern kann, dass man sich infiziert", erklärt Specht RTL.

Omikron-Variante BA.2 wird auch als "Tarnkappen-Variante" bezeichnet

Die BA.2-Variante wird auch als "Tarnkappen-Variante" bezeichnet, weil sie bei PCR-Tests seltener als Omikron nachgewiesen wird. Dies bedeutet nicht, dass BA.2-Infizierte nicht mehr durch PCR-Tests auffallen. Sondern: "Auf diesen normalen PCR-Tests lässt sich das Ding nicht von Delta unterscheiden", so Specht zu RTL.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet bislang nicht zwischen Omikron und der Sub-Variante BA.2. Jüngste Daten aus Dänemark lassen jedoch aufhorchen: In dem Land, in dem die Zahl der täglichen Infektionen seit einigen Tagen wieder ansteigt, soll BA.2 bereits die vorherrschende Variante sein.

"Wir haben eine internationale Lage, in der die Omikron-Variante stark zirkuliert, es ist normal, dass wir im Laufe der Zeit Sub-Varianten feststellen", erklärte die französische Gesundheitsbehörde. Entscheidend sei, ob BA.2 unterschiedliche Merkmale in Bezug auf die Ansteckungsfähigkeit, die Immunreaktion oder die Schwere der Krankheitsverläufe aufweise.

(Dieser Artikel wurde am Freitag, 21. Januar 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, cls/AFP

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