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Wer regelmäßig seinen Blutdruck messen lässt, geht auf Nummer sicher.
Wer regelmäßig seinen Blutdruck messen lässt, geht auf Nummer sicher.(Foto: imago/allOver)
Freitag, 10. November 2017

Trotz Therapie: Wenn der Bluthochdruck nicht sinkt

Bluthochdruck ist längst zur Volkskrankheit geworden. Wird der stille Killer rechtzeitig erkannt, kann er gut behandelt werden. Doch ein Teil der Bluthochdruck-Patienten spricht nicht auf herkömmliche Therapieformen an. Dann ist eine neue Herangehensweise gefragt.

Churchill, Roosevelt, Stalin: Alle drei Männer der Macht litten an Bluthochdruck und das war in den 1950er Jahren ein echtes Problem. Die Überlebenschancen von Menschen mit Bluthochdruck waren damals mit denen von Patienten mit metastasierenden Krebs vergleichbar. Zum Glück ist das heute anders. "Die Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck ist in den letzten Jahrzehnten eine echte Erfolgsgeschichte", sagt Professor Walter Zidek, Klinikdirektor an der Charité - Universitätsmedizin Berlin in einem Pressegespräch. Rund 70 Prozent der behandelten Patienten erreichen während der normalen Therapie gute Werte. Dennoch gibt es einen Teil von Patienten, die nicht oder nur ungenügend auf die klassische Bluthochdrucktherapie mit drei verschiedenen Blutdrucksenkern und einer Lebensstiländerung ansprechen.

Churchill, Roosevelt, Stalin. Alle drei starben an den Folgen von Bluthochdruck.
Churchill, Roosevelt, Stalin. Alle drei starben an den Folgen von Bluthochdruck.(Foto: imago stock&people)

Auf diese sogenannten resistenten Hypertoniker müsse aber besonders geachtet werden, betonte Zidek, denn Bluthochdruck könne eine Reihe von teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie beispielsweise Schlaganfälle oder Herzinfarkte nach sich ziehen. Die Ursachen für schwer einstellbaren Bluthochdruck sind vielfältig und oftmals schwer zu diagnostizieren. Aus diesem Grund kann es schnell zu einer Über- oder sogar Fehlbehandlung kommen. Dementsprechend sieht Zidek eine nicht ausreichende oder inadäquate ärztliche Behandlung des Patienten an erster Stelle der Ursachen.

Experten erkennen Ursachen schneller

Es gibt einen weiteren Teil von Patienten, die nehmen die Medikamente nicht so ein, wie verordnet. Andere essen weiterhin genau so viel Salz wie vor der Diagnose. Entweder sind sie über die positiven Auswirkungen der Salzreduktion auf den Bluthochdruck nicht aufgeklärt oder nicht bereit, auf eine salzreduzierte Kost umzusteigen. Wieder andere leiden an einer Nieren- oder hormonellen Erkrankung. Aber auch Schnarchen mit Atemaussetzern, in der Fachsprache als obstruktive Schlafapnoe bezeichnet, kann dazu führen, dass der Bluthochdruck nicht sinkt. "Um diese Patienten zu erkennen und entsprechend zu behandeln, benötigt man erfahrene und gut ausgebildete Experten", so Zidek und verweist auf die Fortbildungsangebote der Deutschen Hochdruckliga.

Treten Probleme bei der Behandlung von Bluthochdruck auf, dann ist oftmals eine neue diagnostische und therapeutische Herangehensweise nötig. Dieser Weg kann am besten in Hypertonie-Zentren, von denen es derzeit 144 durch die Deutsche Hochdruckliga zertifizierte deutschlandweit gibt, gegangen werden. Hier arbeiten Hypertonie-Experten mit Experten anderer Fachrichtungen, zum Beispiel Neurologen, Gynäkologen oder Kardiologen zusammen, um die Ursache für den schwer behandelbaren Bluthochdruck herauszufinden - und schließlich erfolgreich zu behandeln.

Am Wochenende treffen sich Experten der Deutschen Hochdruckliga und der Deutschen Diabetes Gesellschaft zu einer gemeinsamen Fachtagung in Mannheim.

Quelle: n-tv.de

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