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Bleibende Schäden wahrscheinlich Wie Covid-19 die Lunge angreift

Der weltweit verzweifelte Kampf gegen die Corona-Pandemie ist auch ein Kampf mit der Unwissenheit über das neue Virus. Mediziner in den USA erstellen nun einen 3D-Scan der Lunge eines Covid-19-Patienten und gewinnen daraus besorgniserregende Erkenntnisse.

Mediziner in den USA haben zur Behandlung eines Covid-19-Patienten einen 3D-Scan seiner Lunge durchgeführt und aus dem virtuellen Modell alarmierende Erkenntnisse gezogen. Die vom "George Washington University Hospital" in Washington D.C. veröffentlichten Bilder zeigen, wo das Organ des Mannes vom Coronavirus Sars-CoV-2 befallen ist. Entzündetes Gewebe wird in der Animation andersfarbig dargestellt als gesunde Teile des Organs. "Es gibt einen so krassen Kontrast zwischen der Virus-infizierten, abnormalen Lunge und dem angrenzenden, gesünderen Gewebe, dass man keinen Doktortitel braucht, um diese Bilder zu verstehen", sagte der leitende Arzt der Untersuchung, Dr. Keith Mortman, in einem Podcast des Krankenhauses.

Er appellierte an die Öffentlichkeit, sich diese Bilder anzugucken, um "wirklich zu beginnen zu verstehen, wie gravierend der verursachte Schaden am Lungengewebe ist." Besorgniserregend sei, dass sich der Schaden nicht auf eine Stelle in der Lunge beschränke. Es trete stattdessen "schwerer Schaden diffus an beiden Lungenflügeln" auf.

Dr. Mortman zeigte sich aufgrund der Bilder insbesondere besorgt, dass Überlebende einer Infektion gravierende Langzeitschäden davontragen könnten. Wenn eine solch schwere Entzündung nicht mit der Zeit abklinge, entstünde aus ihr Narbengewebe in der Lunge, erklärte der Leiter der Thoraxchirurgie des Krankenhauses. "Das könnte die Fähigkeit zu atmen langfristig beeinträchtigen."

Infizierter kein klassischer Risikopatient

Der Arzt warnte außerdem, dass auch junge Menschen von einer schweren Infektion bedroht seien. Der Patient im untersuchten Fall gehörte zumindest nicht der Hauptrisikogruppe an. Es handle sich um einen unter 60-Jährigen, dessen einzige Vorerkrankung hoher Blutdruck gewesen sei. Er wurde von einem anderen Krankenhaus überwiesen, nachdem seine anfänglichen Symptome (Fieber, Husten und Atemnot) schnell eskaliert waren.

 

Der Mann sei im George Washington Krankenhaus an eine Beatmungsmaschine angeschlossen worden, das habe aber schnell nicht mehr ausgereicht und eine sogenannte Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) sei nötig geworden. Dabei wird sauerstoffarmes Blut aus dem Körper entnommen, außerhalb des Körpers künstlich mit Sauerstoff angereichert und anschließend wieder in den Blutkreislauf des Patienten eingebracht.

Quelle: ntv.de, mra

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