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Ballaststoffe haben große RolleWie Ernährung die Lebenserwartung beeinflusst

13.02.2026, 20:02 Uhr
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Frauen profitieren laut Studie von einem bestimmten Ernährungsmuster mehr als Männer. (Foto: IMAGO/Westend61)

Eine neue Studie zeigt, wie gesunde Ernährung die Lebenserwartung steigern kann. Besonders Ballaststoffe spielen dabei eine Rolle. Die Forschenden betonen zudem den Einfluss der Lebensmittelqualität.

Gesunde Ernährung lohnt sich tatsächlich. Die Lebenserwartung steige damit um mehrere Jahre, schreibt ein Team im Fachjournal "Science Advances". So hatte das Fünftel der 45-jährigen Männer, die sich am gesündesten ernährten, eine um 1,9 bis 3 Jahre höhere Lebenserwartung als Männer, die sich am schlechtesten ernährten. Bei Frauen betrug der Unterschied 1,5 bis 2,3 Jahre. Eine zweite Studie zeigt, wie wichtig es für das Herz ist, bei Diäten auf Nahrungsqualität zu achten.

Männer gewannen in der ersten Untersuchung am meisten Lebensjahre mit einem Ernährungsmodell, das zur Reduktion des Diabetes-Risikos diente (DRRD). Dort spielen Ballaststoffe eine große Rolle. Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel erhöhen, werden vermieden. DRRD hatte insbesondere bei ehemaligen oder aktuellen Rauchern einen positiven Effekt.

Frauen profitierten am meisten von einem Ernährungsmuster namens Amed, das an die Mittelmeer-Diät angelehnt ist. Amed steht für adaptierte Mittelmeerdiät und wird oft in Studien genutzt. Zu beiden zählen viel Obst und Gemüse sowie ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Olivenöl stecken, und sehr wenig Fleisch.

Insgesamt haben die Forscher fünf Ernährungsmuster untersucht. Darunter noch ein pflanzenbasiertes (hPDI), eines zur Reduktion des Blutdrucks (DASH) sowie den Harvard-Index für gesunde Ernährung (AHEI). Allen Konzepten sind gemeinsam: der hohe Anteil an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Nüssen sowie der Verzicht auf ungesunde Komponenten. Alle waren mit einem geringeren Risiko für bedeutende chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Schlaganfall, Krebs und Typ-2-Diabetes assoziiert.

Ballaststoffe hatten beste Wirkung

Über alle Ernährungsfaktoren hinweg reduzierten Ballaststoffe die Sterblichkeit in der Studie am stärksten, während zuckerhaltige Getränke am schlechtesten waren. Einen hohen Ballaststoffgehalt haben laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa Produkte aus Vollkorngetreide sowie Dicke Bohnen, Sojabohnen, Kichererbsen, Nüsse und Samen, aber auch Gemüsepaprika, Karotten, Brokkoli, Rhabarber, Steinpilze und Birnen.

Die schädliche Wirkung zuckerhaltiger Getränke kann laut Studie darauf zurückzuführen sein, dass sie unter anderem Blutzuckerschwankungen hervorrufen und die Insulinresistenz verstärken, was zu erhöhtem Blutzucker führen kann. Das wiederum könne die Entwicklung chronischer Erkrankungen und einen vorzeitigen Tod begünstigen. Zudem fördern diese Getränke die Fettproduktion in der Leber.

"Unsere Ergebnisse unterstreichen die Vorteile gesunder Ernährungsmuster für die Verlängerung der Lebenserwartung - unabhängig von genetischen Faktoren für Langlebigkeit", schreibt das Team um Yanling Lv von der Huazhong University of Science and Technology, Wuhan.

Mehrere Mechanismen könnten den positiven Effekten gesunder Ernährungsmuster zugrunde liegen. So spiele in allen der Verzehr von Vollkornprodukten, Gemüse und Obst eine große Rolle, die reich an Ballaststoffen und Antioxidantien seien. Zu letzteren zählen etwa Vitamin C, B2 und E sowie Karotin, Selen und Zink, die die Körperzellen vor oxidativen Schäden schützen.

Das Team hatte für die Studie Daten von 103.649 Teilnehmenden der UK Biobank genutzt. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 10,6 Jahren wurden insgesamt 4314 Todesfälle dokumentiert. Beim Median ist die eine Hälfte der Werte größer, die andere kleiner. Die Teilnehmenden wurden nicht dazu angehalten, bestimmte Lebensmittel zu essen. Sie hatten aber der UK Biobank an zwei oder mehr Tagen angegeben, was sie gegessen hatten. Die Datenbank enthält eine riesige Menge weiterer Daten zur Gesundheit und wird für sehr viele Studien genutzt.

Die Ergebnisse zu den Zusammenhängen zwischen den Ernährungsmustern und der Sterblichkeit stimmten im Allgemeinen mit früheren Studien überein, die etwa Daten der Nurses' Health Study (NHS) nutzten.

Auch bei Diäten kommts auf Qualität der Lebensmittel an

Weiterführende Ergebnisse zeigt eine Studie zur Auswirkung von zwei verschiedenen Diäten auf das Herz. Die gesundheitlichen Auswirkungen kohlenhydratarmer und fettarmer Diäten seien in erster Linie von der Qualität der Nahrung abhängig und nicht von ihrer Menge, schreibt das Team im "Journal of the American College of Cardiology".

Eine hohe Qualität hat demnach eine Ernährung, die viel pflanzliche Fett- und Proteinquellen enthält sowie hochwertige Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Obst und Hülsenfrüchte. Schlecht für das Herz waren verarbeitete Kohlenhydrate sowie Fette und Proteine tierischen Ursprungs.

Das Team hatte die Auswirkungen auf das Risiko für die Koronare Herzkrankheit (KHK) ermittelt, bei der Kalkablagerungen die Herzkranzgefäße verengen, was zu Brustschmerzen (Angina pectoris), aber auch zu einem Herzinfarkt führen kann. Es nutzte Ernährungs- und Gesundheitsdaten von fast 200.000 Männern und Frauen aus drei großen Datenbanken, wobei 20.033 Fälle von Koronarer Herzkrankheit dokumentiert wurden.

"Unsere Ergebnisse widerlegen den Mythos, dass eine einfache Anpassung der Kohlenhydrat- oder Fettzufuhr grundsätzlich vorteilhaft sei, und zeigen deutlich, dass die Qualität der Lebensmittel in kohlenhydratarmen und fettarmen Diäten entscheidend für den Schutz der Herzgesundheit ist", sagt Erstautor Zhiyuan Wu von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston.

Quelle: ntv.de, Simone Humml, dpa

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