Fundsache

Ctenobethylus goeppertiUralte Ameise in Goethe-Bernstein entdeckt

26.01.2026, 17:38 Uhr
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Die Ameise befindet sich links im Bernstein. (Foto: Bernhard Bock/Daniel Tröger)

Er selbst dürfte vermutlich gar nicht gewusst haben, was alles in seiner Sammlung verborgen ist. Doch rund 200 Jahre nach dem Tod Goethes ist es Forschern gelungen, unter anderem ein Ameisenfossil in dessen Bernsteinen zu finden. Ein Glücksgriff.

Ein rund 40 Millionen Jahre altes Fossil einer Ameise haben Forscher in einem Stück Bernstein entdeckt, das einst Johann Wolfgang von Goethe gehörte. Das Tier sei mit bloßem Auge nicht erkennbar und mit modernen Bildgebungstechniken identifiziert worden, teilte die Friedrich-Schiller-Universität in Jena mit.

Es handle sich um die ausgestorbene Art Ctenobethylus goepperti, die oft in Bernstein gefunden werde. Dank des guten Erhaltungszustands seien aber neue Erkenntnisse über diese Art gewonnen worden. Erstmals hätten Forscher etwa in das Innere einer solchen Ameise schauen können und hätten dort Strukturen im Kopf- und Brustbereich sichtbar gemacht.

Goethes Bernstein-Sammlung aus dem Ostseeraum umfasst etwa 40 Stücke, wie es weiter hieß. In zwei von ihnen seien nun eingeschlossene Tiere entdeckt worden - neben der Ameise auch eine Trauermücke und eine Kriebelmücke. Die Stücke lagern im Goethe-Nationalmuseum in Weimar.

Der vor rund 200 Jahren gestorbene Goethe interessierte sich dem Bericht zufolge selbst zeitlebens wenig und nur aufgrund möglicher optischer Eigenschaften für Bernstein. So schliff er sich beispielsweise Linsen aus dem versteinerten Baumharz, um für seine Farbenlehre bestimmte Farbspektren beobachten zu können.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa

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