Panorama
Waters mit ihrer Tochter.
Waters mit ihrer Tochter.(Foto: AP)
Mittwoch, 10. Mai 2017

Historische Premiere: Australische Politikerin stillt Baby im Senat

Stillen in der Öffentlichkeit ist für viele Menschen völlig normal, für manche aber sehr irritierend. In Australien bekam nun erstmals ein Baby im Parlament die Brust.

In Australien hat eine Senatorin mit dem Stillen ihres Neugeborenen im Parlament Geschichte geschrieben. "Ich bin so stolz, dass meine Tochter Alia das erste Baby ist, das im Bundesparlament gestillt wird", schrieb die Grüne Larissa Waters bei Twitter. Sie fügte hinzu: "Wir brauchen mehr Frauen und Eltern im Parlament."

Die 40-Jährige kehrte nach der Geburt ihres zweiten Kindes am Dienstag erstmals ins Oberhaus zurück und gab Alia während einer Abstimmung die Brust. Das Baby war Anfang des Jahres zur Welt gekommen. Waters hatte bereits angekündigt, dass ihr Partner seine Berufstätigkeit zurückstellen werde, um sich um das Baby zu kümmern. Aber wenn Alia hungrig sei, werde er die Tochter zu ihr bringen.

Bislang waren Kinder im Parlament nicht zugelassen. Doch im vergangenen Jahr wurden in der Folge eines "Babybooms" unter Politikern neue Regelungen für ein "familienfreundliches" Parlament eingeführt. "Es ist wichtig, dass wir alle Arbeitsplätze familienfreundlicher machen, nicht nur das Parlament", sagte Waters vor wenigen Tagen australischen Medien.

Waters, die für die Grünen im Parlament sitzt, erinnerte nach der Stillmahlzeit für ihre Tochter daran, dass 2003 die Abgeordnete Kirstie Marshall das Parlament des Bundesstaates Victoria verlassen musste.

Marshall hatte damals ihr elf Tage altes Töchterchen gestillt. "Manchmal ist es schwer, nicht entmutigt zu sein angesichts des Sexismus, der Frauen am Arbeitsplatz entgegenschlägt. Aber manchmal lohnt es sich zurückzublicken und zu sehen, wie weit wir gekommen sind."

Im vergangenen Jahr hatte eine isländische Abgeordnete ihr Baby gestilllt, während sie im Parlament zu den Abgeordneten sprach. In ihrer Rede ging es um ein neues Einwanderungsgesetz.

Quelle: n-tv.de

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