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Vor dem Washingtoner Capitol hängen Flaggen wegen der Bluttat in Las Vegas auf Halbmast.
Vor dem Washingtoner Capitol hängen Flaggen wegen der Bluttat in Las Vegas auf Halbmast.(Foto: dpa)
Dienstag, 03. Oktober 2017

Täter hatte "viele Probleme": Trump nennt Las-Vegas-Schützen "verrückt"

Was treibt einen ehemaligen Buchhalter dazu, Dutzende Menschen zu erschießen? US-Präsident Trump nennt den Schützen "krank" und "verrückt". Die Hintergründe würden weiter untersucht. Die Ermittler äußern sich bisher nicht zu möglichen Motiven.

Der Attentäter von Las Vegas hatte nach den Worten von US-Präsident Donald Trump viele Probleme. "Er war ein kranker Mann, ein verrückter Mann", sagte Trump in Washington. Sein Hintergrund werde weiter genau untersucht. Die Ermittler haben sich bislang nicht öffentlich zum Geisteszustand des Schützen geäußert, der am Sonntagabend mindestens 59 Konzertbesucher erschossen und sich anschließend selbst getötet hatte.

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Trump bekräftigte indes, dass er zunächst nicht über das Waffenrecht diskutieren wolle. "Wir werden über Waffengesetze im Laufe der Zeit sprechen." Trumps Sprecherin hatte bereits am Montag gesagt, dass zunächst die Trauer um die Opfer im Vordergrund stehe. Mehrere demokratische Kongressabgeordnete hatten dagegen eine Reform der Waffengesetze gefordert.

Am Mittwoch will Trump nach Las Vegas fliegen. Bereits am Montag hatte er angekündigt, dort auch Verletzte und Hinterbliebene von Opfern des Massakers treffen zu wollen. Zudem wolle er mit Sicherheitskräften sprechen, die zuerst am Tatort waren. Die Tat hatte er in einer ersten Stellungnahme als "Tat des puren Bösen" bezeichnet.

Der 64-jährige Attentäter Stephen Paddock hatte bisherigen Ermittlungen zufolge am Sonntagabend während eines Country-Konzerts in die Menge geschossen und mindestens 59 Menschen getötet, bevor er sich selbst das Leben nahm. Mehr als 500 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. In dem Hotelzimmer, von dem aus Paddock schoss, hatte er etliche Waffen und Munition gelagert. Auch in seinen Wohnhäusern lagerte er Waffen und Sprengstoff.

Behörden zweifeln an IS-Verbindung

Das Motiv des Mannes, der keine Vorstrafen hatte, ist nach Angaben der Ermittler weiterhin rätselhaft. Die Bundespolizei FBI und der Auslandsgeheimdienst CIA reagierten skeptisch auf eine Erklärung der Terrormiliz Islamischer Staat, wonach Paddock zum Islam konvertiert sein und die Tat als "Soldat des IS" begangen haben soll. Laut Polizei gibt es dafür keinerlei Belege. Ein CIA-Sprecher warnte vor "vorschnellen Schlüssen, bevor alle Informationen ausgewertet sind".

Nach einem Aufruf im Internet sind derweil mehr als drei Millionen Dollar für die Opfer des Attentats gespendet worden. Steve Sisolak, demokratischer Kandidat für das Amt des Gouverneurs in Nevada, hatte den Spendenaufruf gemeinsam mit dem örtlichen Sheriff nur wenige Stunden nach dem Massenmord gestartet.

Der Aufruf verbreitete sich vor allem über die sozialen Netzwerke. Neben vielen Privatpersonen sagten auch einige Großspender ihre Hilfe zu. Die American-Football-Liga NFL und das Team Oakland Raiders etwa spendeten jeweils 50.000 Dollar. Der Musiker Kid Rock und der ehemalige Boxer Mike Tyson beteiligten sich mit jeweils 10.000 Dollar.

Quelle: n-tv.de

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