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Wenn Eleganz gefragt istElektrische Mercedes C-Klasse feiert Weltpremiere - übergroß und ladestark

20.04.2026, 13:07 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Seoul
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An Sternen mangelt es der neuen elektrischen C-Klasse aus dem Hause Mercedes nun wirklich nicht. Der große Grill ist der Blickfänger schlechthin. (Foto: Mercedes)

Wer den elektrisch angetriebenen Mercedes GLC grundsätzlich mag, aber ihn einfach als zu viel empfindet, kann zur C-Klasse mit gleichem Antrieb greifen. Die mutet kompakter an und wirkt handlicher. Der Grill hat aber auch hier etwas Monumentales.

Dass der neue Mercedes GLC lediglich der Mittelklasse angehören soll, verbirgt er recht gekonnt. Allein mit seiner Höhe von 1,64 Metern wirkt das SUV derart riesig, dass man sich schon in einem veritablen Luxusliner wähnt. Bei der nun nachgelegten C-Klasse-Limousine ist der Anschein zumindest ein anderer. Klein ist dieser Viertürer beileibe auch nicht mit 4,88 Metern Außenlänge - es gab Zeiten, da lagen solche Abmessungen an der Grenze zur Oberklasse. Und mit 1,50 Metern Höhe ist die elektrische C-Klasse jetzt auch keine schmächtige Erscheinung, vermag durch elegantes Design aber Präsenz zu kaschieren - jedenfalls gilt das für Ansichten von schräg hinten oder der Seite.

Schaut der Betrachter von vorn, bekommt er dagegen verdammt viel Präsenz, und das ist auch so gewollt. Während BMW seine historische Neue-Klasse-Niere dem SUV iX3 vorbehält und sie der Limousine i3 versagt, lässt Mercedes sehr wohl auch die Limousine historisch kommunizieren. Und zwar mit dem neuen Grill, der an die sogenannten Hochkühler der mondänen Luxusbaureihen aus den 1960er-Jahren erinnert. Und das jetzt in einer Hightech-Variante mit ganz vielen LED, um diverse Begrüßungsszenarien darstellen zu können.

Eine erste Sitzprobe in der C-Klasse lässt selbst statisch (gefahren wird deutlich später) schon erahnen, inwieweit sich ihr Charakter von jenem des GLC unterscheidet. Wenn man in der zweiten Reihe von viel Raum spricht, bezieht sich das hier vor allem auf die Beinfreiheit. Die fällt nämlich üppig aus, bei 2,96 Metern Radstand auch wenig verwunderlich. Damit jedoch keine Missverständnisse entstehen: Man stößt auch mit dem Kopf in der Regel nicht an den Dachhimmel. Im Gesamteindruck wirkt die C-Klasse allerdings kompakter, und das ist der Punkt, mit dem sie am Ende überzeugt. Und zwar dann, wenn man einfach deutlich entspannter durchs enge Parkhaus gleitet.

Car-to-X wird immer wichtiger

Doch während der dynamische Teil noch auf sich warten lässt, wird es jetzt Zeit, sich dem neuen Benz technisch zu nähern. Und das eine oder andere Schmankerl haben die Ingenieure in der Tat geliefert. Dazu zählt sicherlich die Car-to-X-Anbindung der Luftfederung. Schon heute melden andere Mercedes-Fahrzeuge Daten verschiedener Art über den sogenannten Mercedes-me-Connect-Account und stellen sie einem Pool anonymisiert zur Verfügung. Auf diese Weise bildet sich ein schwarmintelligentes Informationsnetzwerk, auf das alle verbundenen Autos zugreifen können. So "weiß" das Luftfahrwerk der C-Klasse, wo der Untergrund gerade besonders ruppig ist, und kann die Dämpfer vorbereiten.

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Auch der Limousine steht der monumentale Kühlergrill. (Foto: Mercedes)

In anderen Baureihen kommt dieses Gimmick indes auch schon zum Einsatz. Neu in der C-Klasse ist jedoch, dass sie bereits die Gurte strafft, wenn man in der Kurve merklich zu schnell für den Radius wird. Wer solche Fahrmanöver gern bewusst produziert, kann diese Warnfunktion aber ausschalten. Freilich gehören auch die heute bei der Marke üblichen Features wie das verbesserte automatisierte Einparken oder die Hinterachslenkung (4,5 Grad) zum Repertoire der neuen Limousine.

Antriebsseitig startet der übergroße Mittelklässler als C 400 4Matic mit 489 PS. Damit sollte er noch energischer nach vorn preschen als der GLC. Mercedes verspricht glatte vier Sekunden für das Beschleunigen auf 100 km/h und nennt 210 Sachen als Maximaltempo.

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Satte 4,88 Meter misst die lautlose C-Klasse in der Länge. Irgendwo wollen 96 kWh Akku eben untergebracht werden. (Foto: Mercedes)

Ordentlich Tempo gibt es auch beim Ladegeschehen, hier steht die Limousine nicht zurück gegenüber dem bei Mercedes inzwischen etablierten Standard. Als Peakladeleistung kommuniziert der Hersteller 330 kW, wobei natürlich die auf Zeit nachgeladene Strommenge aussagekräftiger ist. Demnach versprechen die Schwaben, 325 Kilometer WLTP-Reichweite binnen zehn Minuten nachladen zu können. Insgesamt soll der Allradler 762 Kilometer weit kommen, was sicherlich stark abhängig von Fahrstil und Temperatur ist.

Reichweitenangst ist hier nun wirklich nicht mehr berechtigt

Gar auf 800 Kilometer taxiert Mercedes einen jedoch erst nächstes Jahr debütierenden Hecktriebler. Dann sollen außerdem weitere Versionen folgen. Klar - nicht jeder Kunde kann und will knapp 500 PS spazieren fahren aus ökonomischen und psychologischen Gründen - immerhin soll der Vierhunderter knapp unter 70.000 Euro kosten. Manchen allerdings wird dieser Leistungswert sogar noch zu niedrig sein. Dann müssen eben die Affalterbacher ran.

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Mit dem Fastback-Heck schwingt ein Hauch Crossover mit. (Foto: Mercedes)

Um auch die leistungsstarken Allradler möglichst effizient zu machen, lässt sich die Permanent-Magnet-Synchronmaschine der Vorderachse abschalten. Ein automatisches Zweiganggetriebe ist außerdem gesetzt.

Mit der C-Klasse-Limousine hat Mercedes durchaus globale Ambitionen, und zwar nicht nur in China, wo es dann noch mal eine eigene Variante geben wird. Allerdings werden auch Wachstumsmärkte wie Indonesien und Malaysia immer spannender für Mercedes, und Australien ist es sowieso. Südkorea beispielsweise ist der elftgrößte Automarkt auf der Welt mit rund 1,6 Millionen Einheiten pro Jahr, und für Mercedes ist es sogar der fünftgrößte Markt.

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Die Gen Z wird das Riesen-Display mögen. Hier besteht es aus einem einzigen Komplex. (Foto: Mercedes)

Demnach verwundert es nicht, dass die Schwaben ins glitzernde, technoide Seoul ziehen, um den elektrisch angetriebenen Newcomer vorzustellen. Zu der pulsierenden Stadt passt denn auch der aus einer einzigen Glasfront bestehende Hyperscreen als vereinfachende Kommandozentrale für die komplexen Funktionalitäten - das neue Betriebssystem MB.OS bietet hier viel Spielwiese und ist extrem wandelbar. Von zentraler Bedeutung ist hier die schnelle Anpassungsfähigkeit auf diverse Marktbedürfnisse - gerade China ist diesbezüglich extrem anspruchsvoll. Zudem werden mehrere KI-Agenten zu einer spannenden Interaktionsmaschinerie zusammengeschaltet.

Ob das bei der elektrischen C-Klasse besser funktionieren wird als beim GLC, bedarf freilich noch praktischer Erfahrungen. Bisher sind die Ergebnisse jedenfalls gemischt. Eine nahtlose Sprachkommunikation ohne Hakelei mit dem Gefährt gelingt demnach noch nicht ganz.

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Sichtlich üppige Sitze sorgen für Komfort in der C-Klasse. Das Platzangebot in der zweiten Reihe ist zudem über jeden Zweifel erhaben. (Foto: Mercedes)

Dafür bieten selbst bei einer ersten kurzen Tuchfühlung wertig wirkende Materialien Raum für eine sinnliche Erfahrung. Feine Hölzer und Polsterungen sind gesetzt; hinzu kommt das Panoramaglasdach - nicht nur elektronisch abzudunkeln, sondern auch mit vielen illuminierten Sternchen gespickt, um die Passagiere staunen zu lassen. Dieses Staunen kann sowohl negativ (wenn es als kitschig empfunden wird) wie auch positiv ausfallen. Aber die Idee hat definitiv etwas Charmantes.

Gut zugängliche Smartphone-Ladeschalen sind dagegen nützliche Dinge, die insbesondere die Gen Z immer häufiger verlangt. Und nicht vergessen: In manchen Märkten ist das Durchschnittsalter der Kunden deutlich niedriger als in Deutschland.

Am Ende darf man den 2,5 Tonnen schweren Mittelklässler jedenfalls als starke Produktergänzung zum GLC betrachten. Ob er in unseren Breiten großen Anklang finden wird, bleibt dennoch abzuwarten. Nicht, weil der 800-Volt-Stromer unattraktiv wäre, schließlich ist das Gegenteil der Fall. Aber weil die Limousine als Karosserieoption schlechthin auf dem Rückzieher ist.

Durch ihre etwas erhöhte Position erhält die C-Klasse allerdings einen leichten Crossover-Touch, was sie optisch spannend macht. Und auch ihre Praxistauglichkeit ist keineswegs so schlecht. Knapp 500 Liter Gepäck fasst allein das hintere Abteil und der Frunk ist mit 101 Litern Volumen bestens geeignet, um einen großen Getränkekasten zu beherbergen. Die Rücksitzlehnen lassen sich umklappen, falls mal etwas Sperriges transportiert werden soll. Kombi-Fans hingegen müssen sich einstweilen noch mit Verbrennern und Plug-in-Hybriden begnügen. Man kann eben nicht alles haben.

Quelle: ntv.de

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