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Der Fahrspaß hat seinen Preis Ford Puma ST - vom Kätzchen zur Raubkatze

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Im Vergleich zum normalen Puma kommt die ST-Variante auffallend bullig daher.

(Foto: Ford)

Der Ford Puma ist das kleinste SUV der US-Amerikaner. Doch als ST-Variante soll jetzt eine echte Raubkatze auf die Straße rollen. Dafür sollen dem Puma ST drei Zylinder reichen? Ford jedenfalls verspricht Fahrspaß, der seinesgleichen sucht.

Zoologen gilt der Puma als bewegliche, schnelle und kräftige Raubkatze. Mit der Sportversion ST soll das gleichnamige Ford-Modell seinem Namensgeber jetzt alle Ehre machen. Dafür ist nicht allein das üppige Leistungspotenzial, sondern auch eine sehr vergnügliche Gesamtabstimmung verantwortlich. Trotz des Fahrspaßpotenzials soll der Puma aber auch als ST ein veritables Alltagsauto bleiben.

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Ob der Ford Puma mit 4,23 Metern Länge noch ein Kleinwagen ist oder eher ein Kompakter, kann jeder selbst entscheiden.

(Foto: Ford)

Im Vergleich zum normalen Puma kommt die ST-Variante auffallend bullig daher. Für diesen Eindruck sorgen unter anderem mehr Schwarzanteile, ein spezielles Spoilerwerk und mächtige 19-Zoll-Räder mit 225er-Reifen. Innen vermitteln weiße Ziernähte, Applikationen in Carbonoptik, das Sportlenkrad und vor allem die stark konturierten Sitze Sportwagen-Feeling. Das fest umklammernde Gestühl von Recaro stimmt dann auch auf eine gewisse Härte ein, doch allzu große Komforteinbußen muss man insgesamt nicht hinnehmen.

Topversion Puma ST X

Ob noch Kleinwagen oder schon Kompakter lässt sich beim Puma nicht eindeutig festlegen. Das Mini-SUV ist immerhin 4,23 Meter lang und im Fall der Topversion ST X auch voll mit Nettigkeiten, die im Kleinwagensegment noch keineswegs Standard sind. Mit digitalem Kombiinstrument, Infotainmentsystem mit 8-Zoll-Touchscreen und Echtzeit-Navigation, B&O-Soundsystem, LED-Scheinwerfern mit Fernlichtautomatik, elektrischer Heckklappe, induktiver Ladeschale oder WLAN-Hotspot ist der Kölner jedenfalls zeitgemäß eingerichtet und aufgestellt. Lediglich die Softtouch-Oberflächen im Armaturenbrett oder das in den unteren Innenraumregionen dominierende Hartplastik wollen optisch und haptisch nicht ganz mit der sonst ordentlichen Ausstattung harmonieren.

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Das Ladevolumen ist mit 456 bis 1216 Litern beim Ford Puma recht ordentlich.

(Foto: Ford)

Vorne geht es im Puma ST geräumig zu, vorbildlich ist das Platzangebot im Fond. Selbst größere Erwachsene finden ausreichend Raum und vor allem viel Kniefreiheit. Mit einem Kofferraumvolumen von 456 bis 1216 Liter ist der potente Puma zudem kein Verächter der Zuladung und damit auch familien- und alltagstauglich. Doch jeglicher Familiensinn kommt dem Fahrer abhanden, sobald er per Knopfdruck den 1,5-Liter-Dreizylinder zum Leben erweckt. Der klingt bereits im Stand kernig und so gar nicht nach Vernunft oder Verzicht, wie man angesichts der drei Töpfe vielleicht erwarten würde. Mit dem per Tastendruck aktivierbaren Sportmodus kommt eine sogar echte Sportwagen-Note hinzu, denn dann sprotzelt und knallt der Puma beim Gaslupfen wie ein reinrassiger Bolide.

Viel Lärm um nichts?

Das ist keineswegs viel Lärm um nichts, denn die im Datenblatt versprochenen 200 PS und 290 Newtonmeter maximales Drehmoment scheinen auch wirklich in eigentlich jeder Fahrsituation abrufbar zu sein. Der Puma setzt gierig jeden Gasbefehl um, was angesichts der allgegenwärtigen Tempolimits dann auch nach viel Disziplin verlangt. Wenn es sein muss, fällt die 100er-Marke nach 6,7 Sekunden, maximal sind 220 km/h drin. Das ist schnell, doch gegen den kleineren, leichteren und gleichstarken Technikbruder Fiesta ST hat der Puma in der Sportausführung das Nachsehen. Im Vergleich zum Fiesta wirkt der Puma ST bei flottem Geradeauslauf weniger zappelig und liegt insgesamt ruhiger auf der Straße.

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In der Sportausstattung hat der Ford Puma ST X einiges zu bieten. Dafür zahlt der Käufer aber auch einen hohen Preis.

(Foto: Ford)

Ebenfalls stark ist der Top-Puma, wenn es flott durch die Kurven geht. Die Ideallinie lässt sich mit chirurgischer Präzision ziehen. Beim Rausbeschleunigen hängt der Motor feinnervig am Gas, flotte Gangwechsel gehen gut von der Hand, während sich der Wagen ab dem Scheitelpunkt förmlich in die Kurven krallt. Geht es flink ums Eck, kann der ST zudem seinen Recaro-Trumpf ausspielen, denn vorne bleiben die Passagiere stets fest umklammert und aufrecht sitzen. Eine solche Verbindlichkeit der Sitze fehlt übrigens den zivileren Varianten des Puma. Zudem bietet die Lenkung eine hervorragende Rückmeldung. Lediglich beim Beschleunigen spürt man hier immer wieder ein leicht kontrollierbares Zerren nach rechts und links. Das Fahrwerk ist straff, ohne jedoch bockhart zu sein. Die Bremsen sind fein dosierbar und packen auf Wunsch auch kraftvoll zu.

Teures und hungriges Raubtier

In Summe verlangt diese Raubkatze dann aber auch nach einem wagemutigen Tierbändiger. Allerdings hat der Spaß auch seinen Preis. Nach der realitätsnahen WLTP-Messung soll der Puma ST sich eigentlich mit 6,8 Liter auf 100 Kilometer begnügen. Wer den Antrieb fordert, wird aber mindestens 2 Liter mehr verfeuern. Wer hier eher Wert auf Effizienz legt, findet im Puma-Portfolio jedenfalls bessere Alternativen als den ST.

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In den Kurven sind die Recaro-Sitze im Ford Puma ST eine sichere Bank.

(Foto: Ford)

Auch mit Blick auf den Kaufpreis darf man bei der Sportvariante des Ford Puma nicht kleinlich sein, denn im Vergleich zur knapp unter 20.000 Euro teuren Basisversion muss man für die extrascharfen Krallen der Raubkatze über 10.000 Euro mehr hinblättern.

Im Gegenzug gibt es eine zwar bereits umfangreiche Ausstattung, doch eigentlich sollte es die rund 32.000 Euro teure Version ST X sein. Kommen dann noch die auffällige Metallic-Lackierung Furios-Grün, das Performance-Paket mit Launch Control und mechanischem Sperrdifferenzial sowie eine elektrische Heckklappe und das Fahrerassistenz-Paket hinzu, wird die Sache erst so richtig rund und mit 35.600 Euro richtig teuer. Insofern mutiert das Kätzchen als ST nicht nur fahrtechnisch, sondern auch preislich zur Katze.

Quelle: ntv.de, Mario Hommen, sp-x