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Antwort auf X6 und GLE Coupé Porsche Cayenne Coupé feiert Weltpremiere

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In der Garage 229 in Stuttgart präsentiert Porsche sein neues Cayenne Coupé.

(Foto: Holger Preiss)

BMW hat es erfunden, Mercedes hat nachgezogen und nun hat auch Porsche ein SUV-Coupé. Nun feiert das Cayenne Coupé seine Weltpremiere. Es passt auf den ersten Blick ganz hervorragend ins Portfolio der Sportwagenschmiede.

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Die momentan sportlichste Version, das Porsche Cayenne Turbo Coupé mit V8 und 550 PS.

(Foto: Porsche)

Es ist schon erstaunlich: Als das erste SUV-Coupé in Form des BMW X6 im Jahr 2008 auf den Markt fuhr, wurde es so belächelt wie heute der riesige Kühlergrill der 7er-Reihe. Doch die Bayern scheinen, was Design betrifft, Visionäre zu sein. Denn damals lag der SUV-Absatz im Vergleich zum Gesamtverkauf von Kraftfahrzeugen bei lediglich acht Prozent. Zehn Jahre später sollen es 28 Prozent sein und die Coupé-Form bei SUV hat sich etabliert. Wer was auf sich hält, der hat auch ein SUV-Coupé im Portfolio. Mercedes huldigt der abfallenden Dachlinie seit 2015 mit dem GLE- und GLC-Coupé, Audi hat den Q8 und wird noch in diesem Jahr ein Q3 Sportback bringen, Cupra präsentierte auf dem Genfer Autosalon den Cupra Formentor und selbst der neue Mazda CX-30 fällt nach hinten verdächtig ab.

"Ein noch sportlicheres Fahrzeug"

Da verwundert es nicht, dass Porsche knapp zwei Wochen nach dem Autosalon in Genf mit dem Cayenne Coupé einen solchen Wagen aus dem Hut zaubert, dessen Weltpremiere er Donnerstagabend zu Hause in Stuttgart feierte. Ort des Geschehens ist die Garage 229, eine Halle, in der der Klang alter Motoren nachhallt. Hier fällt das Tuch vom nunmehr neuesten Porsche, dem Cayenne Coupé. Und so frohlocken die Verantwortlichen der Sportwagenschmiede zur Weltpremiere: "Mit der dritten Generation des Cayenne wollten wir ein noch sportlicheres Fahrzeug bringen." Selbstredend, aber technisch ist das Coupé im Großen und Ganzen eine Dublette des neuen Cayenne und bietet so auch alle Innovationen, die das SUV hat.

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Der Innenraum ist soweit bekannt, aber das Karomuster der Sportsitze gibt es so nur im Cayenne Coupé.

(Foto: Porsche)

So gibt es auch im Coupé das Porsche Advanced Cockpit, dessen Kernstück des Anzeige- und Bedienkonzepts der 12,3 Zoll große Full-HD-Touchscreen ist, der mit dem neuen Panamera 2017 eingeführt wurde. Der Fahrer blickt Porsche-typisch auf den zentral angeordneten analogen Drehzahlmesser, der von zwei sieben Zoll großen Full-HD-Displays flankiert wird. Dort sind dann auch alle weiteren relevanten Fahrdaten einzusehen und individuell über das Multifunktionsrad abrufbar. Zu den wichtigsten elektronischen Helferlein zählt ein Nachtsichtassistent mit Wärmebildkamera, ein Spurwechselassistent, ein Spurhalteassistent inklusive Verkehrszeichenerkennung, ein Stauassistent, der Park-Assistent einschließlich Surround View sowie ein Abstandsregeltempomat.

Der Pfiff liegt in der Form

Letztlich liegt der Pfiff eines Coupé natürlich in der Form, die sich vor allem am Heck manifestiert. Dazu gehört die deutlich nach hinten abfallende Dachlinie ebenso wie der weit herausragende Dachspoiler. Aufgrund der um zwei Zentimeter abgesenkten Dachkante stehen auch Frontscheibe und A-Säule flacher im Wind. Macht sich das für die Insassen bemerkbar? Natürlich in der zweiten Reihe. Bauartbedingt gibt es hier weniger Kopffreiheit. Die macht sich aber erst bei Menschen über 1,85 Meter Körperhöhe bemerkbar. Ansonsten war das Platzgefühl bei einer ersten Sitzprobe durchaus komfortabel.

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Die Sitzposition im Cayenne Coupé ist tiefer und die Spur an der Hinterachse wurde verbreitert.

(Foto: Porsche)

Um den Stand des Coupé auch nach hinten zu verbreitern, wurden die Türen der zweiten Reihe und die Kotflügel neu gestaltet. Für die Fahrdynamik wurde die Spur hinten auf 1,67 Meter verbreitert. Eine spezielle Option für das Coupé ist der adaptive Heckspoiler, der ab 90 km/h ausfährt und den Anpressdruck erhöht.

Ebenfalls dem Cayenne Coupé vorbehalten ist das bereits in Serie verbaute riesige Panorama-Glasdach. Wer das nicht will, kann optional auch ein konturiertes Carbon-Dach ordern. Das ist so gestaltet, dass es an den Porsche 911 GT3 RS erinnern soll und spart zudem 30 Kilogramm Gewicht ein. Eingebettet ist das Ganze in das für das Coupé angebotene Leichtbau-Sport-Paket. Dazu gehören auch neue gewichtsreduzierte 22-Zoll-Räder, die das sportliche SUV noch mal um knapp drei Kilogramm erleichtern.

Sechszylinder und V8 zum Marktstart

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In der zweiten Reihe platzieren sich die Fahrgäste im Porsche Cayenne Coupé auf Einzelsitzen.

(Foto: Porsche)

Bewegt werden die auf vier Einzelsitzen platzierten Insassen des Cayenne Coupés zur Markteinführung von einem 340 PS starken Sechszylinder. Der leistet ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmetern, erledigt mit entsprechendem Sport-Paket den Standardsprint in 6,0 Sekunden und wird bis zu 243 km/h schnell.

Wer statt der für den Sechsender aufgerufenen 83.711 Euro satte 146.662 Euro parat hat, kann sich natürlich auch im Cayenne Turbo Coupé von einem Vierliter-V8-Benziner mit Biturbo-Aufladung beschleunigen lassen. In lockeren 3,9 Sekunden wäre dann die Tempo-100-Marke geknackt und die Tachonadel hat ihren Endpunkt bei 286 km/h erreicht. Letztlich wird es aber nicht bei den zwei Motorisierungen bleiben. Am Ende steht auch für das Coupé das gesamte Portfolio einschließlich der Hybrid-Varianten zur Verfügung.

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Der Kofferraum des Cayenne Coupé verliert etwas an Größe, dürfte aber mit 625 Litern keine Stauprobleme verursachen.

(Foto: Holger Preiss)

Unterschiede gibt es auch beim Kofferraumvolumen. Hier hat der Kleinere übrigens die Nase vorn. Will heißen, dass der Sechszylinder mit 625 Litern bei aufrechter und 1540 Litern bei umgelegter Rückenlehne klar vor dem V8 liegt. Der bietet nämlich 25 bis 30 Liter weniger Stauraum. Allerdings dürfte sich das am Ende bei der Größe kaum bemerkbar machen. In Summe ist das Cayenne Coupé tatsächlich die für eine Porsche wohl beste Art, ein SUV zu interpretieren, auch wenn die eigentliche Idee nicht aus dem Schwabenland stammt.

Quelle: n-tv.de

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